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Lesung in Andechs:Kriminell launig

Andechs Florianstadl, Lesung

Autorin Rita Falk und Christian Tramitz bei der Lesung im Andechser Florian-Stadl.

(Foto: Georgine Treybal)

Falk und Tramitz stellen neues Buch vor

Braucht man bei einer Lesung einen Moderator? Eigentlich nicht. Oder vielleicht besser doch, wenn es um ein Event zum Zehnjährigen einer Krimireihe geht, bei dem zwar hauptsächlich gelesen, aber dazwischen getalkt wird? Im Florianstadel in Andechs jedenfalls steht die zehnte Eberhofer-Geschichte "Guglhupf-Geschwader" mit dessen Erfinderin Rita Falk und Christian Tramitz, der Stimme der Hörbücher, auf dem Programm. Und mit Radio-Moderator Florian Wagner, der, wie er später berichtet, das überhaupt erste Interview mit Rita Falk bei ihrem allerersten öffentlichen Auftritt auf der Leipziger Buchmesse machte.

Auch das Publikum soll mitspielen. Vor allem die Tickethalter aus der ersten Reihe seien "Freiwild", schließlich haben sie freiwillig für diesen Platz bezahlt, eröffnet Wagner den Abend. Ganz so wild kommt es dann doch nicht, dann es gibt ja "den Rainer". Der outet sich nämlich als völlig unbeleckt, was den Eberhofer oder dessen Karriere als erfolgreichster Dorfpolizist von Niederkaltenkirchen aller Zeiten angeht. Nie gesehen, nie gehört, keinen der Krimis gelesen, keinen Film gesehen, nichts. Seine Frau habe ihn überredet, sagt er. Und das ist fast zu schön um wahr zu sein: Jedenfalls bekommt Rainer nun in Abständen die zehn vergangenen Jahre vom Franz Eberhofer, seinem Kollegen Rudi Birkenberger, der Oma, der Susi, dem Bapa, dem Bürgermeister und dem Kreisel erzählt. Vor allem der Kreisverkehr hat als "running gag" in den Verfilmungen bleibenden Eindruck hinterlassen: Eberhofer, alias Sebastian Bezzel, liebt es, mit dem Dienstfahrzeug durch den Kreisel zu kurven. Und nun soll dieser nach dem Eberhofer benannt werden. Wenn das keine Ehre ist. Es gebe ihn in echt, in Frontenhausen, und seit letztem August habe der ganz offiziell den Namen, erzählt Falk. Denn der Marktort diente mehrfach als Kulisse für die Eberhofer-Filme. "Da kommen immer mehr Touristen, es werden richtige Bustouren organisiert", sagt Falk.

Nein, damit hatte sie 2008 nicht gerechnet, als sie als arbeitslose Bürokauffrau ihre plötzlich so lange Freizeit mit Krimischreiben zu füllen begann. Beim Arbeitsamt hatte man ihr geraten, sich für die Zeit der Arbeitslosigkeit ein Projekt zu suchen. Sie hätte jeden ausgelacht, der ihr prophezeit hätte, dass sie mit ihrer Schreiberei Millionärin werden könnte. Denn die Verlage, an die sie ihr Manuskript geschickt hatte, sagten ab oder antworteten gleich gar nicht. Erst als sie sich einen Agenten suchte, dabei einen guten Instinkt bewies, kam sofort eine positive Antwort: Der Provinzkrimi "Winterkartoffelknödel" war gebongt. Und immer, wenn sie nicht weiterkommt, hilft ihr Ehemann Rudolf, ein pensionierter Polizist, aus der Patsche. Beim nächsten Film spielen sie beide eine kleine Nebenrolle.

Christian Tramitz (Bullyparade, Hubert und Staller) sagt, er würde auch gern mitspielen. Aber für den Eberhofer ist er zu alt und für den Bapa (Eisi Gulp) zu jung. Nun darf er alle Rollen sprechen. Besonders lieb ist ihm die Oma, und die kann er gut. Das zeigt sich etwas später, als er dem größten weiblichen Fan im Saal eine neue Ansage auf die Mobilbox des Smartphones spricht - als Oma. Der Saal tobt.

Und ja, es gibt auch ein paar "Lese-Inseln". Schließlich sollen sich die Bücher, die im Foyer auf einem langen Tisch aufgebaut sind, auch verkaufen. Wobei die Eberhofer-Krimis von selbst weggehen. Doch Falk will auch auf ihre ernsten Romane hinweisen: "Hannes" zum Beispiel, der mit Hannelore Elsner - ihre letzte Rolle - verfilmt worden ist. Und schließlich will Falk auch noch ein Selfie mit ihrem Publikum.