Zu „Protestwelle gegen den Sparzwang“ vom 7. November:
Die Kosten dafür, die 52 Wege im Winter von Schnee und Eis zu befreien, betragen laut dem Artikel 60 000 bis 70 000 Euro – und die kann die Stadt Starnberg nicht aufbringen, weil die Kassen leer sind. Ja, bestimmt wird es auch im kommenden Winter in Starnberg wieder an drei oder vier Tagen ein wenig Schnee geben. Und für die Räumung fehlt der Stadt das Geld. Denn dieses Geld wurde für zum Teil für richtigen Unsinn ausgegeben.
Beispiel: Die Schilder in der Uhdestraße vor der Einmündung in die Münchner Straße. Völlig überflüssig und vollkommen unsinnig. Den durch diese Schilder gegebenen Hinweisen zu folgen, ist sinnvoll nicht möglich. Blöder geht’s nicht!
Oder doch? Entlang des gesamten Uferbereichs am Starnberger See wurden vor einiger Zeit Hinweise auf den Boden geklebt, die die Besucher davor warnen, dass man hier in den See fallen kann. Wer denkt sich solchen Blödsinn aus? Und wer gibt das hierfür erforderliche Geld frei? Mit der hier vorgeführten Logik müssten deutschlandweit wohl viele Millionen solcher Hinweise verklebt werden, die ein Vermögen kosten würden. Und: Ob der hier Verantwortliche wohl erwartet, dass die Deutsche Bahn an sämtlichen Bahnsteigen millionenfache Hinweise anbringt, damit niemand auf die Idee kommt, auf den Gleisbereich zu stürzen?
In Starnberg wird für so was Geld ausgegeben, das woanders fehlt. Einfach traurig.
Ralf Stiepel, Starnberg
Kurzsichtige grüne Blockierer
Zu „Ein bitterer Tag für Oberpfaffenhofen“ vom 18. November:
Diese Heuchler! Die Grünen im Bundestag. Sie predigen E-Mobilität als besonders wichtig für Gegenwart und Zukunft. Tragen dieses Bekenntnis wie eine Monstranz selbstgerecht vor sich her. Für das senkrecht startende und landende E-Taxi von Lilium verweigern sie in der Realität bisher eine Bürgschaft für sehr überschaubare 50 Millionen Euro. Ihre Begründung: Es sei nicht Aufgabe des Steuerzahlers, ein Start-up zu unterstützen, das nicht ausreichend Investorengeld akquirieren kann.
Welch ein Hohn, wenn allein für die norddeutsche Meyer-Werft eine Staatsbeteiligung von mehreren Hundert Millionen problemlos zustande kommt. Wann sind dort Investorengelder akquiriert worden? Ist das ein erfolgreich geführtes Unternehmen gewesen? Sind da keine Steuergelder eingesetzt worden? Liegt der Firmensitz in Norddeutschland, während Lilium im bayerischen Oberpfaffenhofen zu Hause ist? Ein Schelm, wer dabei an Habeck denkt.
Lilium hat bereits über 100 Festbestellungen und über 600 Absichtserklärungen (letters of intent). Lilium ist quasi auf der Zielgeraden zur Lizenzierung und zur Fertigung. Und da braucht es halt wie alle erfolgreichen Start-ups Geld.
Es könnte ein echter Schildbürgerstreich grüner Ideologen sein, wenn Lilium mit seinen bereits über 1000 hochqualifizierten Mitarbeitern den Anfragen aus Frankreich – auch des Staates – folgt. Lilium und seine Mitarbeiter könnten über die Jahre an Gewinnen, Steuern, Sozialabgaben bestimmt mehr als 100 Millionen in Deutschland erwirtschaften.
Gut, dass die kurzsichtigen grünen Blockierer noch nicht mitbestimmen konnten, als im Jahr 2000 Airbus gegründet wurde und heute weltweit über 100 000 Mitarbeiter hat und die Nummer 1 der Flugzeugbauer geworden ist.
Erwin Haydn, Wörthsee
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