Zu „Starnberger ÖDP kritisiert geplante Probebohrung“ vom 24. September:
Der ÖDP und den weiteren Parteien in und um Starnberg gebührt Dank dafür, dass sie sich um die Gaserkundungsbohrung in ihrer Nachbarschaft kümmern! Betroffen ist ja offenbar zumindest auch der südliche Landkreis München:
Mit Einschränkung kann die wohl noch ausstehende wasserrechtliche Genehmigung allenfalls dann erteilt werden, wenn zuvor in einem neutralen, für alle Beteiligten glaubwürdigen Gutachten folgende Frage geklärt wird: Hätte die Bohrstelle Kinsau 1 zumindest in die Schutzzone III der Wasserschutzgebietsverordnung vom 8. Dezember 2016 aufgenommen werden müssen? Dann wären dort allerdings nach Ziffer 1.4 der Verordnung Bohrungen nur bis drei Meter Tiefe zulässig. Vielleicht wurde unter anderem dies in 2016 ja als hinderlich betrachtet? Dann könnte die Verordnung eventuell noch nach Paragraf 47 Verwaltungsgerichtsordnung (Normenkontrolle), mit Popularklage (Artikel 98 der Bayerischen Verfassung) oder mit Verfassungsbeschwerde nach Bundes- oder nach Landesrecht angefochten werden.
Bei dem Drängen Hubert Aiwangers stellt sich schon die Frage, ob er mit seinen Fantasien von der (noch zu teuren) Wasserstoffwirtschaft den Klimaleugnern koalitionsfähig erscheinen will (Gas als „Übergangstechnologie“ – für Jahrzehnte?), zumal ja trotz begrenzt vorhandener Gasvorräte und größter Umwelt- und Klimaschäden durch Gasförderung und Gasnutzung kein Politiker wagt, die notwendige Reduzierung des Gasverbrauchs einzufordern. Im Gegenteil: Unter Verstoß gegen Paragraf 31 Bundesberggesetz hat Aiwanger offenbar nicht einmal die zwingend vorgesehene Förderabgabe von zehn Prozent des Marktwertes des geförderten Gases in den Bescheid vom 26. Juni schreiben lassen. Ich hoffe, dass die Mehrheit der Bürger doch noch rechtzeitig verstehen lernt, dass sie sich mit aktuellem Überkonsum selbst die Zukunft zerstört. Und die Wasserversorgung für mehr als 1700 Reichlinger ist zweifelsfrei wichtiger als der Profit unter anderem kanadischer Finanzabenteurer!
Manfred Bauer, München
Und wieder wird nur ans Auto gedacht
Zu „Kreisstraße bei Bachhausen wird saniert“ vom 19. September:
Die Kreisstraße STA 7 von Aufkirchen in Richtung Icking ist eine wichtige Verbindungsstraße: aus Richtung Berg zur S-Bahn in Icking, zum Gymnasium dort, zum großen Supermarkt, zu den Ausflugszielen im Isartal. Man kann die Strecke auch wunderbar radeln – aber das ist gefährlich. Ab Bachhausen gibt es keinen Radweg mehr. Die Straße ist eng und kurvenreich – und sie verleitet manchen Autofahrer zu einem überhöhten Tempo.
Nun soll die Strecke von Bachhausen bis zur Landkreisgrenze (Autobahnbrücke) nach einem Beschluss des Starnberger Kreistages „saniert“ werden. Das heißt: für rund 680 000 Euro wird die Fahrbahn erneuert. Dabei ist der Zustand der Straße völlig in Ordnung (keineswegs eine „Schlaglochpiste“, wie zur Begründung behauptet wurde). Es gibt verwaltungstechnische Argumente dafür, die Maßnahme in 2025 durchzuführen. Aber bei den enormen Kosten und dem guten Zustand der Straße fragt sich doch, ob Steuermittel hier sinnvoll eingesetzt werden.
Viel wichtiger wäre, jetzt die Planung für die fehlende Radwegverbindung in Angriff zu nehmen. Im Umsetzungsplan für das „Alltagsradroutennetz“ im Landkreis Starnberg ist die Strecke aufgeführt mit dem Vermerk „Planung mittelfristig“. Das war 2021. Wann ist nun „mittelfristig“? Wir meinen: Das ist nicht Sanktnimmerlein. Mittelfristig ist jetzt!
Vielleicht denkt der Kreistag bei der Aufstellung des Haushaltsplans für 2025 darüber noch einmal nach?
Bernhard von Rosenbladt, Mitglied der AG Radverkehr der Bürgerbeteiligung Berg
Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion, sie dürfen gekürzt und in allen Ausgaben und Kanälen der Süddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, veröffentlich werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und des Wohnorts. Schreiben Sie Ihre Beiträge fürs Leserforum des SZ-Lokalteils per E-Mail an forum-region@sz.de unter Bezugnahme auf die jeweiligen SZ-Beiträge. Bitte geben Sie für Rückfragen Ihre Adresse und Telefonnummer an. Postalisch erreichen Sie uns unter: Süddeutsche Zeitung, Leserforum Region, Hultschiner Straße 8, 81677 München; per Fax unter: 089/2183-8295.
