Der Sport im Landkreis Starnberg ist bunt und vielfältig: Bei der Sportlerehrung des Landkreises, die nur alle zwei Jahre stattfindet, hat Landrat Stefan Frey mehr als 100 Athleten ausgezeichnet. Die Aktiven heimsten in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 32 Weltmeister- und 27 Europameistertitel ein, hinzu kamen 50 Deutsche Meistertitel und 90 bayerische Titel. Auch wurden Teilnehmer internationaler Wettkämpfe geehrt, die sich zuvor für eine Teilnahme qualifizieren mussten. „Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich, wie erfolgreich und vielfältig die Sportlandschaft im Landkreis ist“, konstatierte Landrat Frey.
Die Bandbreite der Sportarten ist enorm: Neben den traditionell stark vertretenen Seglern und Ruderern mit insgesamt 46 Akteuren haben sich einige Athleten jedoch eher ungewöhnlichen Sportarten verschrieben. Dazu zählen etwa Bouldern, Einrad, Rhönrad, Moderner Fünfkampf, Hip-Hop, Rollstuhlfechten, Trampolin oder Ballett. Für alle ausgezeichneten Sportler gab es Urkunden und Medaillen. „Engagement, Trainingsleistung und Vorbildfunktion, von jung bis alt: Sie sind die sportlichen Aushängeschilder des Landkreises“, sagte Landrat Frey in seiner Ansprache, „Sie müssen positiv denken.“ In seiner Würdigung bedachte er auch Unterstützer, Sponsoren, Trainer, Betreuer und Therapeuten, die ebenfalls Anteil am Erfolg der Sportler hatten. Die weitaus meisten Athleten bestreiten ihren Sport ohne größere finanzielle Unterstützung.
Die Stars der Sportszene fehlten diesmal allerdings. Die Olympia-Teilnehmer Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger, die 2024 vor Marseille auf Platz elf der 49er-Klasse segelten, waren ebenso unabkömmlich wie der einstige Matchrace-Weltmeister Markus Wieser oder Segellegende Jochen Schümann. Ohnehin entsandten die Segelclubs – mit 33 Titelträgern am stärksten vertreten – nur eine überschaubare Delegation mit überwiegend jungen Leuten. Ebenfalls vermisst wurde Skifahrerin Kira Weidle-Winkelmann, 2025 Deutsche Meisterin in der Abfahrt. Stattdessen wurde überraschend Skicrosser Florian Fischer (SC Starnberg) aufgerufen. Der sah sich aber genötigt, umgehend einen Irrtum aufzuklären: Er habe 2025 keinen Europacup in Bansko (Bulgarien) gewonnen, sondern „ich dachte, ich werde für meine Olympia-Teilnahme 2026 geehrt“, sagte er. Unklar blieb, wie dieser Fehler zustande gekommen war.

Personell stark vertreten war erneut die Einrad-Abteilung des TSV Gilching-Argelsried: Neben diversen deutschen und bayerischen Titeln stach insbesondere der WM-Titel von Linda, Lea und Sophie Utz sowie Melanie Reich in der Disziplin „Kleingruppe“ hervor. Die 2006 gegründete Abteilung zählt mehr als 100 aktive Mitglieder aller Altersstufen. In Bayern gilt Gilching als Einrad-Hochburg.

Einen festen Platz in der Sportlerfamilie hat Langstreckenläuferin Brigitta Biermanski (TSV Starnberg): Die 77-Jährige, nebenher Sportabzeichenprüferin, gewann 2024 den WM-Titel im Halbmarathon in der Altersklasse W75. Stark vertreten waren die Ruder-Seniorinnen in verschiedenen Altersklassen („Masters“). Weltmeisterinnen sind etwa Christiane von Oertel und Sibylle Struppler (beide Doppelvierer) sowie Franziska Zimmermann (Doppelzweier, Achter mit Steuerfrau).

Gemessen allein an der Anzahl der WM-Titel ist Matthias Plöscher aus Gauting wohl einer der erfolgreichsten Sportschützen Deutschlands – freilich in einer exotischen Disziplin: Er gewann 2024 solo und mit der Mannschaft fünf Titel und zwei weitere Medaillen mit Perkussionsrevolver, Perkussionspistole und Steinschlosspistole. Nebenher stellte er in Italien auch noch einen Weltrekord auf. Die Sportgeräte sind Vorderlader und gelten aus technischer Sicht als antiquierte Schusswaffen.

Den größten Applaus des Abends gab es für drei transplantierte Sportler: Felix Friedrich (Leber) wurde 2025 Weltmeister im Sprint-Triathlon, Peter Kreilkamp (Niere) wurde 2024 Europameister über 50 Meter Brust und Freistil, Regina Richtmann (Herz) sammelte Titel im Schwimmen, Radrennen, Laufen und Triathlon. Die jüngsten Teilnehmer waren Tanzsportler aus Tutzing: In der Disziplin „Ballett“ werden Weltmeisterschaften (Solo, Duett) für die Altersklassen zehn bis 13 Jahre und sogar für Neunjährige und jünger ausgetragen. Im Showteil präsentierten die Kickboxer vom Kampfsportclub Tutzing einen Ausschnitt ihres Trainingsprogramms.

Landrat Frey und der frischgebackene BLSV-Kreisvorsitzende Robert Frank verabschiedeten zunächst Walter Moser, der den Kreisverband 23 Jahre lang geführt hatte. Im Anschluss wurden vier Funktionäre geehrt, die sich seit Jahrzehnten unermüdlich für ihre Vereine einsetzen: Bärbel Ammer (TSV Starnberg), Anke Benn Ortlieb (TSV Tutzing), Oliver Stollbert (Gautinger SC) und Mario Benz (TV Stockdorf). Alle geehrten Athleten sind auf der Homepage des Starnberger Landratsamtes (www.lk-starnberg.de) gelistet.

