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Bilanz:So helfen die SZ-Leser

Mit den Spenden an den Adventskalender der Süddeutschen Zeitung sind viele Wünsche erfüllt worden - etwa ein Laptop für die Ausbildung und Musikstunden für ein Kind.

Von Carolin Fries

- Oft sind es die kleinen Dinge, die sich bedürftige Menschen nicht leisten können: einen neuen Staubsauger, Winterstiefel oder Karten für einen Konzertbesuch. Doch gerade diese Dinge erhöhen die Lebensqualität und helfen, Krankheiten zu lindern oder die Sorgen für einen Tag zu vergessen. Einigen Menschen und Institutionen konnte der SZ-Adventskalender im vergangenen Jahr einen Wunsch erfüllen - ein Rückblick.

Ein Laptop für die Ausbildung

Jawads neue Heimat ist Herrsching. Hier hat der junge Mann nach seiner Flucht aus Afghanistan 2015 eine Bleibe und Freunde gefunden. Er lernte die Sprache und suchte sich Arbeit, doch er wollte mehr. Also begann er eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, pendelte zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Damit er auch zuhause für die Schule lernen konnte, hat ihn der SZ-Adventskalender mit einem Laptop unterstützt.

Fahrkarte zur Tafel

260 Euro monatlich - davon muss Sven B. aus Wörthsee seinen Lebensunterhalt bestreiten. Der 61-Jährige versucht mit Hilfe von Condrobs, seine Sucht hinter sich zu lassen, was angesichts seiner körperlichen Einschränkungen besonders schwer ist. Er kann sich selbst gerade einmal bis vor die Haustür bewegen und ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um zur Tafel zu kommen oder Freunde zu besuchen. Das Spendenhilfswerk der SZ hat Sven B. eine MVV-Jahreskarte finanziert.

Ausflug in die Berge

Ashley Idowus Flucht aus Nigeria wird zur Tortur. Die junge Frau landet in den Fänden einer Menschenhändlerin, die sie zur Prostitution zwingt und körperlich und seelisch misshandelt. Nach einem Jahr gelingt ihr die Flucht nach Deutschland, seit eineinhalb Jahren lebt sie in Starnberg, wo sie sich sicher und verstanden fühlt. Das ist auch das Verdienst einer Gruppentherapie, die das Landratsamt und die Stiftung "Welten verbinden" ihr und weiteren traumatisierten Frauen ermöglicht. Der SZ-Adventskalender hat der Gruppe zum Abschluss der Therapie mit einem Ausflug in die Berge den Wunsch nach Gemeinsamkeit und Ablenkung erfüllt.

Wäschetrockner für Obdachlose

Ein warmer Raum, ein günstiges Frühstück, die Möglichkeit zu duschen und die Wäsche zu waschen. All das finden täglich sechs bis acht Obdachlose in der Starnberger Wärmestube, einer Einrichtung der Caritas. Weil der Wäschetrockner nicht mehr richtig funktionierte, hat der Adventskalender der Einrichtung 2019 einen neuen finanziert. Einige Leser brachten Nutella vorbei, weil sie gelesen hatten, dass die Schokoladencreme eine beliebte Ergänzung zum Frühstück ist.

Geld für Musikunterricht

Der siebenjährige Sandro träumte davon, Klavier zu spielen, der elf Jahre alte Sami wollte Gitarre spielen lernen. Doch in beiden Fällen fehlte den Eltern das Geld, den Kindern den Wunsch zu erfüllen. Für jeweils ein Jahr hat der Adventskalender der Süddeutschen Zeitung die Kosten für die Musikschule übernommen.

Kindermöbel und Puppen

Die Diagnose eines genetischen Syndroms bei ihrem vier Jahre alten Sohn Mischa hat die Welt von Familie L. auf den Kopf gestellt. Der Junge musste oft zum Arzt und in die Klinik und engmaschig betreut werden. Erika L. gab deshalb ihren Job als Reinigungskraft aufgeben, der Familie blieb nur noch das Einkommen des Vaters blieb, der als Hausmeister arbeitete. Notwendige Dinge wie ein Bett für den Vierjährigen wurden deshalb gestrichen, die Weihnachtsgeschenke sowieso. Das Spendenhilfswerk der SZ sprang ein.

Staubsauger und Autoreparatur

Frank M. erzieht seine Kinder Leonie und Mark alleine und kann deshalb nur in Teilzeit arbeiten. Denn Leonie braucht besondere Aufmerksamkeit und Pflege, das Mädchen kam mit Spina bifida auf die Welt. Das Geld ist deshalb immer knapp, kaputt gehen darf nichts. Als das Auto in die Werkstatt muss und im selben Jahr Spülmaschine und Staubsauger kaputt gehen, hilft der SZ-Adventskalender der Familie - und viele Leser schließen sich an.

Waschmaschine und Schrank

Vor vier Jahren hat Edith M. ein neues Leben begonnen und ihren Mann verlassen, der sie unterdrückte und schlug. Finanziell belastet sie die Trennung noch immer. Um auf eigenen Füßen zu stehen, macht die alleinerziehende Mutter eine Ausbildung zur Hotelkauffrau. Der Verdienst ist so gering, dass er gerade für die Miete reicht. Weil der Kleiderschrank kaputt war, hat der SZ-Adventskalender einen neuen finanziert.

Hosen und Stiefel für die Kinder

Von einem auf den anderen Tag war Lisa F. allein mit den drei Kindern. Kinder wohlgemerkt, die besondere Betreuung brauchen: Die 13 Jahre alte Mia ist wegen eines Gendefekts ein Pflegefall, ihr jüngerer Bruder Paul hat ADHS, der neun Jahre alte Luis ist schwerhörig. Der Vater hatte die Familie verlassen, Lisa F. organisierte den Alltag neu, ihre finanzielle Lage ist angespannt. Der SZ-Adventskalender hat die Kinder deshalb mit Winterkleidung ausgestattet, ein Schuhgeschäft übernahm die Winterstiefel.

© SZ vom 21.11.2020
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