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Landkreis Starnberg:Die Häufelkönige der Kommunalwahl

Starnberg Häufelkönige Collage

Christine Nimbach von den Grünen (links) haben die Wähler um fünf Plätze nach vorne geschoben. Bei der CSU zählt Anita Painhofer zu den favorisierten Bewerbern. Obwohl Matthias Helwig auf Platz sechs gehäufelt wurde, reicht es für ihn knapp nicht.

(Foto: Franz Xaver Fuchs, Nila Thiel, Privat)

Kreisbäuerin Anita Painhofer, die Grüne Christine Nimbach und Kinochef Matthias Helwig kommen von hinteren Listenplätzen weit nach vorne - aber nicht alle schaffen es in den Kreistag.

Bauern genießen bei CSU-Wählern offenbar hohes Vertrauen. Landwirte haben jedenfalls auffällig viele Stimmen bekommen, wie ein Blick auf die Ergebnisse bei der Kreistagswahl zeigt. Da konnten die Bauern noch so weit hinten auf der Liste antreten, sie wurden zum Teil weit nach vorne gehäufelt. Das gilt für die Kreisbäuerin Anita Painhofer ebenso wie für Martin Fink oder den Landwirt Maximilian Stürzer. Von den Möglichkeiten des bayerischen Wahlrechts haben die Wähler jedenfalls zum Teil reichlich Gebrauch gemacht und so manchen Vorschlag der Parteien gehörig durcheinander gebracht, indem sie ihren Favoriten mehrere Stimmen gaben.

"Überglücklich" sei sie über ihr persönliches Ergebnis, sagt Painhofer. Es zeige, dass es sich bei der Kommunalwahl um eine Persönlichkeitswahl handelt. Besonders freut die 58-Jährige aus Geisenbrunn, dass sie auch einige CSU-Promis, die weiter vorne auf der Liste platziert waren, überholt hat. Nun will sie die Belange der Landwirtschaft auch weiterhin im Kreistag im Auge behalten, unabhängig von Fraktionszwängen.

Bei den Grünen hingegen, die nun mit 18 Sitzen die zweitstärkste Fraktion im Starnberger Kreistag stellen, gibt es nur wenige nennenswerte Verschiebungen beim Vergleich zwischen dem eingereichten Wahlvorschlag und dem tatsächlichen Ergebnis. Am kräftigsten wurde die Krankenschwester Christine Nimbach aus Tutzing nach vorne geschoben: von Platz 21 auf 14. Die 63-Jährige kehrt nun nach einer Amtsperiode Auszeit in den Kreistag zurück. "Das hat mich sehr gefreut, das zeigt, dass mich doch sehr viele Leute unterstützt haben", sagt die langjährige Gemeinderätin. Um fünf Plätze wurde die Landtagsabgeordnete Anne Franke aus Stockdorf nach vorne gehäufelt.

Bei den Freien Wählern ist der Rechtsanwalt Jürgen Busse aus Starnberg gerade noch reingerutscht. Mit Platz elf auf der Liste hätte es nicht gereicht, denn die FW-Fraktion hat im künftigen Kreistag nur acht Sitze. Doch dank der Gunst der Wähler ist Busse nach vorne gekommen und hat so einige bekannte Mitbewerber überholt: den Berger Bürgermeisterkandidaten Rupert Steigenberger, die Herrschinger Ex-Bürgermeisterin Christine Hollacher und die Andechser Noch-Bürgermeisterin Anna Neppel.

Bei der SDP verpasst ausgerechnet der Häufelkönig knapp den Einzug in den Kreistag. Der Kinobetreiber Matthias Helwig aus Gilching war auf dem 22. Platz angetreten. Weil er so viele Stimmen bekommen hat, ist er nun in der Reihenfolge an sechster Stelle. Wegen des insgesamt schlechten Wahlergebnisses hat die SPD-Fraktion aber nur fünf Sitze. Für Helwig reicht es also nicht. Dafür für den ehemaligen Bundestagskandidaten Christian Winklmeier, der ebenfalls weit nach vorne gehäufelt wurde und nun neu in den Kreistag kommt.

© SZ vom 21.03.2020
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