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Landkreis:Mehr Geld für junge Menschen

Kreisjugendring will Angebote mit erhöhtem Etat verbessern

Ein Survivalcamp und eine Kreativwoche im Bayerischen Wald, eine Reiterinnenfreizeit für Mädchen im Odenwald oder eine Radltour an den Bodensee: Das sind drei Beispiele aus dem aktuellen Programm des Starnberger Kreisjugendrings (KJR) für die Sommerferien. Im Herbst und im Winter geht es nach Unterammergau. Solche Angebote sind sehr gefragt, die Plätze oft schnell vergeben; immer öfter bekommen Familien, die Kinder anmelden wollten, sogar eine Absage.

"Wir könnten in den ersten drei Ferienwochen vier Freizeiten gleichzeitig machen", berichtete der KJR-Vorsitzende Claus Piesch im Starnberger Jugendhilfeausschuss. Doch dazu reichen Geld und Personal nicht mehr aus. Heuer musste er schon zwei Angebote streichen. Nun sollen die finanziellen Mittel aber deutlich aufgestockt werden: Einstimmig hat sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, den Etat, der bisher 60 000 Euro beträgt, im nächsten Jahr zu verdoppeln. Die Zustimmung des Kreistags im Juli dürfte daher nur noch eine Formalie sein.

An den vom KJR organisierten Freizeiten haben nach Angaben des Vorsitzenden Piesch im vergangenen Jahr etwa 350 Kinder und Jugendliche teilgenommen. Die Betreuung übernehmen zum großen Teil Ehrenamtliche; trotzdem decken die Teilnehmerbeiträge nur einen Teil der Kosten. Im April zum Beispiel konnten Kinder und Jugendliche für 100 Euro an einem einwöchigen Mediencamp teilnehmen. Im Preis inbegriffen waren Zugfahrt, Unterkunft mit Vollverpflegung, Materialkosten und die pädagogische Betreuung.

Die Belastungen für das hauptamtliche Personal und auch die ehrenamtlichen Helfer haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, berichtet Piesch in seinem Antrag an den Landkreis. Das liege allein schon daran, dass die Zahl der Jugendlichen im Alter bis zu 26 Jahren im Landkreis Starnberg stetig zugenommen habe; derzeit seien es knapp 37 000. Zugleich stiegen die Ansprüche der Eltern, berichtet Piesch. Es gebe immer mehr Nachfragen, Umbuchungen und Sonderwünsche. Auch das verursacht mehr Arbeit.

Auf die gestiegenen Anforderungen reagiert der Landkreis, der bereits einen Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin in Teilzeit bezahlt, mit einer besseren materiellen Ausstattung. Damit, so hofft Piesch, könne der KJR nicht nur sein Freizeitangebot für Kinder und Jugendlich erweitern, sondern auch mehr Fortbildungen organisieren und Angebote zur Demokratiebildung schaffen. "Den bedenklichen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft muss dringend entgegengewirkt werden", meint der Vorsitzende. Zugleich stellt er fest, dass das Interesse junger Menschen an Politik gerade steige: "Diesen Schwung gilt es aufzunehmen und zu nutzen."

Im Kreisjugendring sind diverse Vereine und Verbände zusammengeschlossen, die im Landkreis Starnberg aktive Jugendarbeit betreiben. Dazu gehören Trachtler und Gewerkschaftler ebenso wie die Evangelische und die Sozialistische Jugend, Alpenverein und Naturfreunde, das Jugenhaus in Inning und die Organisatoren des Kulturspektakels in Gauting. Die Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla bemühe sich gerade um eine Aufnahme, berichtete Piesch.