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Kunst:"Phönix"-Preis für Bildhauer Hertrich

Der Bildhauer Sebastian Hertrich wird in der Evangelischen Akademie Tutzing mit dem "Phönix", einem Kunstpreis für Nachwuchskünstler, ausgezeichnet. Die Verleihung, die für Mai vorgesehen war, soll jetzt am 28. Oktober über die Bühne gehen. Die Laudatio hält SZ-Journalist Heribert Prantl, wie die Akademie mitteilt.

Der 34-jährige Bildhauer aus Erlangen wird für seine figürlichen Werke aus Acrylglas, Gips und Kunststoff mit Computerplatinen als farbig bestimmender Oberfläche ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "Sebastian Hertrichs Werke faszinieren auf den ersten Blick - die zeitlose Ästhetik, ihre räumliche Präsenz und die ungewöhnliche Farbigkeit sind umwerfend. Der zweite Blick offenbart überraschende Materialien." Glitzernde Computerplatinen und transparentes Acrylglas "sind meisterhaft verarbeitet und verweisen auf die kritische Auseinandersetzung des Bildhauers mit den Verheißungen der Digitalisierung". Der Künstler überzeuge durch innovative Ideen.

Hertrich ließ sich in Oberammergau zum Holzbildhauer ausbilden und studierte dann an der Bauhaus-Universität in Weimar Freie Kunst. Die Eurobuch GmbH und die Akademie Tutzing vergeben den Preis gemeinsam seit 2005, dieses Jahr zum zwölften Mal. Das Preisgeld stiftet der Tutzinger Unternehmer Richard von Rheinbaben, Aufsichtsratsvorsitzender des Buchhandelsunternehmens Mediantis AG, indem Kunst in Höhe von 20 000 Euro angekauft und so das Schaffen von Talenten gefördert wird. Zudem sollen die Preisträger durch fortwährende Ausstellung ihrer Werke sowie mediale professionelle Begleitung unterstützt werden. Für den Phönix 2020 hatten sich rund 330 Künstler und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland beworben. Mitglieder des Phönix-Kuratoriums sind die Künstlerin Ursula von Rheinbaben, der Direktor des Buchheim-Museums in Bernried, Daniel J. Schreiber, Judith Stumptner, die bis Ende Februar stellvertretende Direktorin der Evangelische Akademie Tutzing war, und der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

© SZ vom 23.10.2020 / manu

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