Kunst und Bier, das ist eine unschlagbare Kombination, die das Kloster Andechs schon seit 2002 zelebriert. Unglaublich fantasievolle Skulpturen wurden im Laufe der Jahre erschaffen, und auch diesmal darf man wieder gespannt sein, was binnen einer Woche vom 18. bis 25. August am Heiligen Berg entstehen wird. Das Besondere an diesem Symposium: Neugierige können den Künstlern live beim kreativen Schaffen zuschauen.
Die Attraktivität des Symposiums ist auch nach fast 25 Jahren ungebrochen. Drei Gewinner wurden unter 41 Bewerbungen ausgewählt: Katharina Haebler aus Herrsching, Martin von Lossa aus Leipzig und Ole Prietz aus Bremen realisieren ihre Entwürfe im Skulpturenpark des Klosters unterhalb des Bräustüberls. Die Kunstwerke bleiben zwar nach Ende der Aktion Eigentum der Künstler, werden aber für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung gestellt. Diesmal geht es den Künstlern um Tiere.
Für die 1981 in München geborene Katharina Haebler ist der Auftritt in Andechs quasi ein Heimspiel. Sie absolvierte von 2004 bis 2007 die Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Schule für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen. Im Anschluss studierte sie bis 2017 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und schloss mit dem Diplom ab. Haebler realisiert ihren Entwurf „Letzte Runde“: Die etwa zwei Meter hohe Holzskulptur zeigt ein laufendes Huhn, das auf einem massiven Stamm balanciert. Auf dem Kopf trägt es einen kippelnden Maßkrug. Stolz und Taumel, Krönung und Last – hier wird es auf humorvolle Weise dargestellt.
Martin von Lossa stammt aus Wurzen, einer Kleinstadt 30 Kilometer östlich von Leipzig. Der 1989 geborene Künstler absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Metallbauer und Schmied. Seit 2006 unterhält er ein Maleratelier und die Metallbildhauerwerkstatt im Leipziger Landkreis. 2014 begann er ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Als freischaffender Künstler lebt und arbeitet er seit 2019 in Leipzig und hat verschiedene Preise und Stipendien erhalten. Seine zwei Meter hohe Skulptur „Doppelbock“ verweist auf die Geschichte der bayerischen Braukultur: Zwei Böcke klettern auf einen Turm aus Formen von Rauten. Die Vertiefungen am Außenstamm sind inspiriert von Vertiefungen, wie sie an Bierkrügen aus Glas üblich sind.
„Der total verrückte Zapfhahn-Flug“ heißt das Objekt von Ole Prietz. Der Künstler fühlt sich von der Form des Zapfhahns an eine Art Drachenwesen erinnert, das er mit einem Reiter versehen möchte. Sein Werk könne als Metapher für einen Bierrausch gesehen werden. Der Zapfhahn-Reiter geht auf eine turbulente Reise, auf welcher der Zapfhahn zum Bier spuckenden Drachen wird. Der Reiter steuert mit dem Hebel und bestimmt, wie wild die Reise wird. Die Symbolik des Drachen, magisch, aber auch tückisch, bringt er in Verbindung mit Biergenuss. Prietz, 1990 in Göttingen geboren, schloss 2016 seine Ausbildung an der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau ab. Seither ist er als Künstler und Bildhauer tätig. 2023 schloss er sein Meisterschüler-Studium an der Hochschule für Künste in Bremen ab.

