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Kultur in der Pandemie:Faszination im Hochformat

Starnberg: Stelzenläufer'Duo Hochformat' zu Besuch bei der Lebenshilfe STA

Das "Duo Hochformat" mit den beiden Stelzenläuferinnen Julia Dietze und Mirjam Kendler begeistert die Heimbewohner der Lebenshilfe.

(Foto: Nila Thiel)

Stelzentheater beglückt die Heimbewohner der Starnberger Lebenshilfe

Federleicht und grazil sieht es aus, wie sich die beiden Schauspielerinnen Julia Dietze und Mirjam Kendler im Garten des Wohnheims der Lebenshilfe Starnberg an der Leutstettener Straße auf langen Beinen bewegen. Die Bewohner sind begeistert: Sie klatschen beim Anblick der blumenverzierten Röcke und geschmeidigen Bewegungen in die Hände, während sich beide Frauen zu den Klängen von "Die fabelhafte Welt der Amélie" drehen und durch die Reihen der Bewohner tanzen.

Tanz auf Stelzen ist eine Kunst, die jahrelanges Training erfordert. Schon seit 2007 gibt es das "Duo Hochformat", Dietze und Kendler sind bei zahllosen Events auch im Ausland aufgetreten. Ihre Vorführung zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Starnberg hat die überregionale Initiative "Wecomebackstronger" (WCBS) gesponsert. Ziel der Initiative ist es, lokale Unternehmen, Freischaffende und Künstler vor Ort zu unterstützen. In einem Online-Shop gibt es Kapuzenpullis und T-Shirts mit Aufdruck zu kaufen, der Erlös fließt in lokale Aktionen. Der Auftritt des Fenstertheaters ist Teil dieses Engagements. Für die Starnberger Lebenshilfe tanzte das Duo auch in den Wohnheimen am Prinzenweg und an der Hanfelder Straße. In den drei Wohneinheiten finden insgesamt 80 Menschen mit geistiger Behinderung ein Zuhause.

Der Auftritt soll Abwechslung in den Alltag der Bewohner bringen, der seit dem Lockdown sehr eintönig geworden ist. Freizeitaktivitäten wie gemeinsames Essen oder Wochenendausflüge entfallen, Kontakt zu Besuchern kann nur durch eine Scheibe oder mit Maske und negativem Corona-Test stattfinden. Dietze und Kendler lassen die Pandemie mit ihrer fantasievollen Aufführung unter freiem Himmel zumindest für einen Moment vergessen, die Bewohner sind begeistert. Sie winken den beiden Frauen zum Abschied zu und einer fragt: "Wann kommt ihr wieder?"

© SZ vom 14.05.2021 / flö
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