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Kultur am Starnberger See:Lichtblick

"Adam und Eva" im Altenheimpark: die Künstler (v.l.) Irena Schikora-Kiefer, Paulo de Brito, Christine Gunz-Kahlau (vom BRK), Jelisaveta Schwarzbach und Rita Enzinger mit den Skulpturen von Irene Rung.

(Foto: Arlet Ulfers)

Rita Enzinger hat vor 30 Jahren die Initiative "Künstler für Senioren" gegründet, um die dunklen Gänge des Kreisaltenheims in Garatshausen aufzuhellen. Zum Jubiläum stellen Mitglieder Skulpturen, Fotos und Gemälde aus

Für Rita Enzinger ist das Kreisaltenheim Garatshausen längst ein "lebendiger, farbenfroher Kunstraum, fast schon ein kleines Museum und ein Skulpturenpark" geworden. Vor dreißig Jahren hatte die rührige Pöckingerin die Initiative "Künstler für Senioren" gegründet, als ihre eigene Mutter nicht im Altenheim bleiben wollte, weil sie sich vor den dunklen Gängen fürchtete. 2017 erhielt Enzinger bei der Kulturpreisverleihung des Landkreises einen Anerkennungspreis für ihr Projekt, jetzt wird das 30-jährige Bestehen ganz groß gefeiert - natürlich mit einer Ausstellung. Die Vernissage ging am Sonntagnachmittag über die Bühne, der eigentliche Festakt folgt einen Monat später, am 22. November von 16 Uhr an.

"Künstler für Senioren" ist eng mit dem "Kunstverein Roseninsel" verbunden, dessen Gründungsmitglied und langjährige Vorsitzende Enzinger war. Zunächst schmückten deshalb die Künstler aus dem Verein die "dunklen Gänge" des Seniorenheims mit ihren Bildern, auch zur Jubiläumsausstellung werden einige Mitglieder ihre Arbeiten zeigen.

Vor allem aber soll es diesmal um "Das Licht des Glaubens" gehen, das die Fotografin Jelisaveta Schwarzbach in ihren Bildern von Kirchenräumen einfängt. Dieses "besondere Licht, das die Seele öffnet", so Enzinger, sei für die Menschen, die ihren Lebensabend im Altenheim verbringen, besonders wichtig. Überhaupt gehe es ihr darum, den Bewohnern, die nicht mehr mobil sind und nicht an Kulturveranstaltungen teilnehmen können, Kunst und Musik, ja überhaupt alle wichtigen Ereignisse im Landkreis ins Haus zu holen.

Rita Enzinger leistet diese Arbeit ehrenamtlich, weil es im Altenheim selbst dafür keine Kapazitäten gibt, so jedenfalls ihre Erklärung. In der aktuellen Ausstellung wird sie aber auch mit eigenen Fotografien vertreten sein, die auf Reisen nach Äthiopien und nach Tibet entstanden sind und Menschen und ihre Religionen zum Thema haben. Paulo de Brito, auch er Mitglied des Kunstvereins Roseninsel, zeigt Skulpturen und Gemälde, mit denen er seine Vorstellung eines inneren Lichts und seinen tiefen Glauben zum Ausdruck bringen will. Ausstellen werden außerdem Irena Schikora-Kiefer, Christiane Rausch, Irene Rung, Marianne Schweigler und Jürgen Krass. Auch Arbeiten des verstorbenen Künstlers Werner Meiler sind zu sehen.

Zum Festakt am 22. November soll dann ein Katalog erscheinen, in dem die Kunstwerke abgebildet sind, die im Lauf der vergangenen dreißig Jahre in den Besitz des Altenheims übergegangen sind oder die von den Künstlern vergangener Ausstellungen als langfristige Leihgabe zur Verfügung gestellt worden sind. Dazu gehört auch eine Reihe von Skulpturen im Park des Hauses.