Kürbiszeit:Unheimliche Riesenbeere

Kürbiszeit: Ein untrügliches Zeichen, dass der Herbst da ist: der Kürbis. Hier eine stattliche Anzahl bei Fischen am Ammersee.

Ein untrügliches Zeichen, dass der Herbst da ist: der Kürbis. Hier eine stattliche Anzahl bei Fischen am Ammersee.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Herbst ist da - und mit ihm die Kürbisberge am Straßenrand.

Es ist ein Mysterium: Wo kommen sie her? Wo rollen sie hin? Seit zwei Jahrzehnten sind sie jedenfalls gewaltig auf dem Vormarsch - und das nicht nur im Fünfseenland, wie hier bei Fischen. Pünktlich zum Herbstbeginn sammeln sich an den Ausfallstraßen von Jahr zu Jahr größere Horden an kugeligen, knallorangen Wesen. Dort türmen sie sich zu furchterregenden Gebirgen, die jeden Moment vorbeifahrende Autos zu überrollen drohen.

Den monströsen Invasoren ist ja fast alles zuzutrauen: Der Kürbis, botanisch eine Beere, kann enorme Ausmaße annehmen. Exemplare mit dem Gewicht eines Kleinwagens sind dokumentiert, der Rekord liegt derzeit bei 1226 Kilogramm. Einige Arten der Gattung Cucurbita zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit: Sie wurden ihrer nahrhaften Kerne wegen schon vor 12 000 Jahren angebaut - zu einer Zeit, als am Ammersee gerade erst der Hunderte Meter dicke Gletscher der Eiszeit abgetaut war.

Ursprünglich in Amerika beheimatet, werden Kürbisse seit rund 500 Jahren auch in Europa kultiviert. Die immer rasantere Ausbreitung in jüngster Zeit verdankt die Riesenbeere wohl auch einem weiteren Import aus der Neuen Welt: Dem Brauch, zu Halloween aus ihr eine gruselige Fratze zu schnitzen.

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