Kraillinger Bauamt An die Spitze aufgerückt

Der Feuerwehrmann im Rathaus: Sebastian Beel leitet seit kurzem das Kraillinger Bauamt.

(Foto: Privat)

Sebastian Beel hat die Leitung übernommen

Von Carolin Fries, Krailling

Sebastian Beel ist angekommen. Nicht nur im Rathaus, wo der 36 Jahre alte Architekt seit fast einem Jahr im Bauamt arbeitet. Auch in der Gemeinde: Bei der Freiwilligen Feuerwehr im Ort hat der Gräfelfinger unlängst die Grundausbildung abgeschlossen. Wenn also künftig die Sirenen gehen, kann es schon passieren, dass Beel aus dem Rathaus spurtet. "Die Feuerwehr suchte Personal, und mir macht das Spaß", sagt der Rathausmitarbeiter. Doch werde er nicht immer gleich den Stift fallen lassen, sagt er einschränkend. "Sondern nur, wenn es um Leben und Tod geht und wirklich Not am Mann ist." Denn zu tun ist im Bauamt schließlich genug. Vor allem seit Abteilungsleiter Helmut Mayer fehlt. Mayer ist bereits Anfang Februar krankheitsbedingt auf unbestimmte Zeit ausgeschieden. Vor drei Wochen nun ist Beel auf die Leitungsposition nachgerückt.

Ein Wochenende lang hat er es sich überlegt, ob er wieder in eine Führungsposition will und mit seiner Frau gesprochen. Das Ehepaar hat drei Kinder - drei, sieben und neun Jahr alt. "Es ist selten langweilig zuhause", sagt Beel, der vor seiner Tätigkeit in Krailling zwölf Jahre lang in einem Münchner Büro gearbeitet hat, zuletzt als Prokurist. Der Wechsel nach Krailling sollte nicht nur in der Tätigkeit einen Wechsel bringen, sondern auch mehr Zeit für die Familie. Und doch war die Entscheidung schnell getroffen - "und es fühlt sich gut an", sagt er nach drei Wochen als Chef von sechs Angestellten im Bauamt und 14 Bauhof-Mitarbeitern.

Natürlich sei die Arbeit in einer Verwaltung anders als in der freien Wirtschaft. Da gibt es zum Beispiel keine Haushaltssperre, wie sie die Gemeinde Krailling vor wenigen Monaten erlassen hat müssen. "Das ist schon eine Herausforderung", sagt Beel, denn an Aufgaben mangele es nicht in der Gemeinde. Der sanierungsbedürftigen Grundschule gegenüber vom Rathaus komme er gar nicht aus, "die schaut mich jeden Tag an", so der Gräfelfinger. Außerdem ist da noch das Betreute Wohnen, das am Caritas-Altenheim entstehen soll, es gibt die Planungen zur Neugestaltung der Ortsmitte und diverse andere Projekte. "Wir sind gut beschäftigt", sagt Beel.

Deshalb freut er sich, wenn Helmut Mayer bald wieder zurückkehrt. Noch ist nicht klar, wann es so weit ist. Fest steht allerdings schon, dass Mayer dann den Bereich städtebauliche Entwicklung übernehmen soll.