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Kraillinger Asylunterkunft:Nun ermittelt der Staatsanwalt

Die Staatsanwaltschaft in München hat ein Ermittlungsverfahren gegen Polizisten eingeleitet, die bei einem Einsatz in einer Flüchtlingsunterkunft in Krailling beteiligt waren. Das hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Anne Franke aus Stockdorf hin mitgeteilt. Wie der am Donnerstag veröffentlichten Antwort zu entnehmen ist, wird "hinsichtlich eines möglichen strafrechtlich relevanten Verhaltens" ermittelt. Zuständig ist das Bayerische Landeskriminalamt (LKA). Wie ein LKA-Sprecher in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, liegt eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt vor.

Während des Einsatzes vor drei Wochen war eine 73-jährige Frau so schwer verletzt worden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste. Zeugen berichteten, sie sei von einem Polizisten brutal weggestoßen worden, als sie auf die Beamten losging, die ihren Sohn zu Boden drückten, um ihn festzunehmen.

Zu dieser Festnahme war es nach einer morgendlichen Razzia in dem Containerdorf am Ortsrand gekommen. Nach Angaben der Polizei haben daraufhin mehrere Bewohner mit Flaschen und Steinen geworfen; ein 77-Jähriger aus dem Helferkreis und weitere Zeugen bestreiten aber diese Darstellung. Das Polizeipräsidium München ermittelt unter anderem wegen Landfriedensbruchs. "Wir brauchen eine vollständige Aufklärung des Falles", fordert nun die Abgeordnete Franke. Hierfür wolle sie sich im Landtag weiter einsetzen.

© SZ vom 19.07.2019 / rzl