Neues von „Dr. Koch“Falscher Arzt scheitert an Kraillinger Rentner

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Ein Betrüger, der sich am Telefon als Arzt ausgibt und hohe Geldsummen für die Behandlung angeblich erkrankter Angehöriger verlangt, ist derzeit offenbar im Landkreis Starnberg aktiv (Symbolfoto).
Ein Betrüger, der sich am Telefon als Arzt ausgibt und hohe Geldsummen für die Behandlung angeblich erkrankter Angehöriger verlangt, ist derzeit offenbar im Landkreis Starnberg aktiv (Symbolfoto). Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild

Ein derzeit offenbar im Landkreis Starnberg sehr aktiver Betrüger ist an den Falschen geraten.

Von Wieland Bögel, Krailling

Wer im Landkreis Starnberg wohnt und schon etwas älter ist, sollte sich den Namen „Dr. Koch“ gut merken: Denn unter diesem Alias treibt derzeit offenbar ein Telefonbetrüger sein Unwesen. Sein jüngster Versuch, einen 87-Jährigen aus Krailling abzuzocken, scheiterte jedoch.

Bereits Anfang der Woche berichtete die Gautinger Polizei von einem Betrugsversuch, bei dem in der vergangenen Woche ein vorgeblicher „Dr. Koch“ versuchte, einen Rentner aus Gilching zu betrügen. Damals hatte der falsche Arzt behauptet, der Sohn des Angerufenen sei nur durch ein 120 000 Euro teures Medikament zu retten. Anschließend bestellte eine angebliche Assistentin von „Dr. Koch“ den Senior zur Geldübergabe ins Klinikum Großhadern, nur weil sich der 83-Jährige im Krankenhaus verlaufen hatte und dabei eine echte Krankenschwester traf, scheiterte der Plan der Betrüger.

Versuchter Trickbetrug
:Falscher Arzt fordert 120 000 Euro von Rentner aus Gilching

Der Unbekannte erzählt dem Senior am Telefon, dass dessen Sohn eine teure Therapie benötige. Nur durch Glück fliegt der Schwindel auf.

An diesem Donnerstag gegen 12 Uhr erhielt ein 87-Jähriger aus Krailling einen Anruf mit unterdrückter Nummer. Am anderen Ende war besagter „Dr. Koch“ und teilte ihm mit, dass der Sohn des Rentners einen schweren Verkehrsunfall hatte und nun bei ihm in der Klinik liegen würde. Grund für den Anruf seien die anfallenden Behandlungskosten für den Sohn.

Der 87-Jährige ließ sich von den Ausführungen des falschen Arztes nicht aus der Ruhe bringen und verlangte, umgehend mit seinem Sohn zu sprechen. Daraufhin gab der angebliche Arzt den Hörer an einen weiteren Mann weiter. Dieser sprach den Kraillinger Rentner mit schmerzverzerrter weinerlicher Stimme mit „Hallo Papa“ an. Für den 87-Jährigen war durch diese Anrede sofort klar, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt, da sein Sohn ihn nie mit „Papa“ anspricht. Er beendete das Gespräch im Anschluss sofort und resolut mit den Worten „Betrüger halt den Mund“ und legte auf.

Laut Polizei hat der 87-Jährige sich nahezu perfekt verhalten, indem er kühlen Kopf bewahrt hat und die Betrüger erst gar nicht dazu gekommen sind, ihre Legende mit einer Geldforderung zu untermauern. Weiter weist die Polizei darauf hin, dass wenn jemand am Telefon unter Zeitdruck hohe Bargeldsummen oder Schmuck mit hohem Wert fordert, es sich immer um Betrüger handelt, egal ob es nun um eine Kaution oder eine teure medizinische Behandlung geht. Die Polizei empfiehlt, Anrufe mit unterdrückter Nummer gar nicht anzunehmen.

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