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Snowkiting:"Etwas gefährlicher als Skifahren oder Kitesurfen"

Tummelplatz der Kite-Skifahrer; Skikiter bei Pentenried

"Es macht einfach mega Spaß": Dirk Schuster lässt sich vom Drachen über den verschneiten Acker bei Krailling ziehen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Sportler brauchen viel Können, Wind, Schnee und Platz - darum sieht man Snowkiter nicht oft im Münchner Umland. Doch nun stimmen die Verhältnisse.

Von Lisa Hamm, Krailling

Fast schon schwerelos fegt Dirk Schuster mit Skiern und Kiteschirm über die Äcker Kraillings. Snowkiting nennt sich die Sportart, eine Mischung aus Skifahren und Kitesurfen, zu der man neben der Skiausrüstung und dem Lenkdrachen vor allem Schnee und guten Wind braucht.

Diese Wetterbedingungen gebe es hier in der Region leider selten, erzählt der 28-Jährige, doch die wenigen Tage nutze er aus, vor allem in Zeiten von Corona. Die weitläufigen Felder im Landkreis seien gut geeignet, hier könne der Wind frei von Hindernissen beschleunigen. Nur wenige im Landkreis wagen sich an den Sport heran, erzählt der Pentenrieder Benedikt Nitzl, 25, der mit Schuster gerne mal ein paar Runden dreht.

Tummelplatz der Kite-Skifahrer; Skikiter bei Pentenried

Dirk Schuster.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

"Skisegeln" ist nun mal nicht ohne: Mit hohem Tempo trägt der Drachen, der mit Gurt und Seilen befestigt wird, die Sportler über die Schneedecke. "Bei starken Böen wird man vom Kite manchmal explosionsartig nach vorne gezogen - da muss man schon gut Skifahren können", sagt Schuster. Neben den windigen Tagen, an denen man aufpassen muss, dass man nicht mit den Skiern abhebt, seien windstille Zeiten auch nicht ideal: "Dann fällt der Kite wie ein Blatt vom Himmel."

Schuster richtet deshalb auch eine Bitte an Wanderer und neugierige Spaziergänger: "Diese sollten einen Mindestabstand von 30 Metern zu uns halten, da sonst die Gefahr besteht, dass der Kite auf sie herunterfällt." Dem Besitzer einer Pferdekoppel wurde das sportliche Treiben zuletzt zu viel - laut Schuster rief der Mann die Polizei, da seine Pferde unruhig wurden. Weil die Ausübung des Sports aber grundsätzlich nicht verboten ist, empfahlen die Polizisten den Sportlern nur, Abstand zur Pferdekoppel zu halten.

Schuster kann sich vorstellen, dass "viele Leute, die auf dem Ammersee kitesurfen, auch das Snowkiten auf den Feldern ausprobieren". Es gebe sogar eine Facebook-Gruppe, die sich über Orte mit guten Windbedingungen austausche. Eine offizielle Piste für Snowkiter findet sich bei München; im Landschaftspark Hachinger Tal in Neubiberg, dort seien vor der Pandemie auch Kite-Schulen gewesen. Neugierigen Skifahrern oder Kitesurfern, die sich an der Sportart probieren wollen, empfiehlt Schuster, alte Skier oder ein altes Snowboard zu benutzen: "Es kann schon einmal sein, dass man über einen Maulwurfhügel fährt." Und man solle an Heißgetränke denken: "Glühwein oder Tee mitnehmen", empfiehlt der Münchner.

Das Gefahrenpotenzial sei nicht zu unterschätzen, das Ganze sei "schon etwas gefährlicher als Skifahren oder Kitesurfen". Doch Schuster klingt begeistert, wenn er von der Sportart spricht: "Es macht einfach mega Spaß!" Snowkiting ist zwar ein Trendsport, neu ist er aber nicht. Als Pionier gilt Dieter Strasilla, der das "Ski-Segeln" in den Sechzigerjahren entwickelte. Beliebte Snowkiting-Orte sind in der Schweiz (Silvaplanersee), in Österreich (Achensee) und Italien (Reschenpass).

© SZ vom 21.01.2021
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