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Krailling:Platanen für den Paulhanplatz

Plan Paulhanplatz Krailling

Mit Grün: So soll der Paulhanplatz einmal aussehen.

(Foto: BBZ Landschaftsarchitekten Berlin)

Nach dem Bürgerbegehren bessert die Gemeinde mit mehr Grün in der Ortsmitte nach. Der Bürgerinitiative sind die Pläne jedoch zu dürftig.

Der Paulhanplatz soll grüner werden, darauf hat sich der Kraillinger Gemeinderat am Dienstagabend verständigt. Die neue Planung sieht anstatt einer Sandstreudecke sechs quadratische Schotterrasen-Flächen vor, auf denen Platanen mit beschnittenen Kronen wachsen sollen. Damit will die Gemeinde jenen Bürgern entgegenkommen, die das Bürgerbegehren für den Erhalt des Platzes als Grünfläche unterstützt haben. Dessen Initiatoren werten das Umdenken zwar grundsätzlich positiv, den konkreten Vorschlag jedoch als zu dürftig.

1234 Kraillinger hatten das Bürgerbegehren um Initiator und FBK-Gemeinderat Rudolf Heidrich unterschrieben, weit mehr als nötig. Ihr Ziel war es, den eingewachsenen Platz an der Ecke Margaretenstraße/Pentenrieder Straße in der Ortsmitte so zu erhalten, wie er ist. Die Gemeinde indes beabsichtigt eine Neugestaltung, zentraler Bestandteil ist die Verlegung des Wochenmarktes vom Brauerei-Parkplatz auf den Paulhanplatz. Auch dagegen wehren sich die Unterstützer des Bürgerbegehrens. Bliebe es bei einer Grünfläche, wäre eine solche Nutzung nicht zulässig. Zu einem Bürgerentscheid kam es letztlich nur deshalb nicht, weil die Fragestellung des begehrens unzulässig formuliert war.

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Einfach ignorieren aber wollte der Gemeinderat die Absicht so vieler Bürger nicht, weshalb beim Berliner Planungsbüro bbz eine grünere Variante beauftragt wurde. Den Platz, welcher der französischen Partnergemeinde gewidmet ist, stilecht mit Platanen aufzuhübschen, gefiel dann nicht nur Bürgermeisterin Christine Borst (CSU). "Die Extrarunde hat sich gelohnt", sagte sie. Sie könne sich gut vorstellen, wie einmal in der Woche die Verkaufsstände des Wochenmarkts unter den Bäumen stehen, an anderen Tagen womöglich Boule gespielt oder musiziert wird. Auch Andrea Schulte-Krauss (Grüne) war positiv von den Neuerungen überrascht: "Das ist ein sehr guter Kompromiss. Allen werden wir es nicht recht machen können."

Lediglich Rudolf Heidrich zeigte sich enttäuscht. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", sagt er. Er sprach von einer "begrünten Multifunktionsfläche". Seine Fraktionskollegin Dietlind Freyer-Zacherl wurde noch deutlicher: "Pseudo-Grün" nannte sie den Rasen. Und "kastrierte Bäume" brauche kein Mensch. Unterm Strich sei der Vorschlag nichts weiter als eine Alibi-Planung.

Die Mehrheit des Gremiums aber sprach sich für den Schotterrasen und die Platanen aus - auch wenn es Bedenken gab, inwieweit hier angesichts der beabsichtigten Nutzung und der starken Beschattung überhaupt ein Rasen gedeiht. Die Kraillinger Bürger sollen demnächst bei einer Informationsveranstaltung auf dem Platz die Möglichkeit bekommen, sich ein Bild zu machen und eigene Ideen einzubringen.

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