Süddeutsche Zeitung

Krailling:Alles unter einem Dach

Die Lasertech-Gruppe "Photonics Systems" vereint seine 120 Mitarbeiter an einem modernen Firmensitz in der KIM

Von Carolin Fries, Krailling

Die Photonics Systems Group will nicht weiter über mehrere Standorte im Landkreis verstreut tätig sein, weshalb bis Ende kommenden Jahres ein Firmensitz in der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) entstehen soll. Dort sollen dann alle etwa 120 Mitarbeiter der drei Unternehmen "Innolas Solutions", "LS Laser Systems" und "EPP Electronic Production Partners" unter einem Dach an Laseranlagen zur Mikromaterialbearbeitung arbeiten, wie sie etwa Hersteller von Leiterplatten für LED- Glühbirnen oder Rauchmeldern in Auftrag geben.

Aktuell werden die Laseranlagen zwar bereits in einer Halle am neuen Standort in der Pionierstraße produziert. Doch die Mitarbeiter sitzen in Büros ein paar hundert Meter weiter in der Lise-Meitner-Straße, im Justus-von-Liebig-Ring beziehungsweise in Gilching, wohin aus Platzgründen die Bereiche Marketing, Vertrieb und Applikation ausgelagert wurden. Nun wolle man "die Kräfte vereinen", wie Geschäftsführer Markus Nicht am Freitag beim symbolischen ersten Spatenstich für das neue Gebäude sagte. Etwa sieben Millionen Euro soll der dreistöckige, zirka 20 auf 50 Meter große Neubau kosten. "Wir gehen diesen wichtigen Schritt trotz der aktuell eingetrübten wirtschaftlichen Lage", so Nicht. Denn eine moderne und attraktive Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter würde sich nachhaltig positiv auf die gesamte Gruppe auswirken. "Wir stärken das Miteinander und sind somit in der Lage, unsere Ziele effizienter zu erreichen." Die Photonics Systems Group entwickelt, produziert und vertreibt hochpräzise Laseranwendungen überwiegend in der Photovoltaik, Elektronik- und Halbleiterindustrie. Eingesetzt werden die Maschinen von weltweit agierenden Kunden in Europa, den USA und Asien. Im vergangenen Jahr hat die Gruppe 45 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Im Erdgeschoss des neuen Firmengebäudes ist eine neue Produktionshalle geplant, die bisherige Halle soll sobald wie möglich zu einem Labor umgebaut werden. In den oberen beiden Etagen werden Büros für die Mitarbeiter des Lasertech-Unternehmens gebaut. Parken sollen diese in einer Tiefgarage, die unter dem Gebäude liegt. Die private Holding des ehemaligen "Innolas"-Eigentümers Richard Grundmüller hatte das etwa 2650 Quadratmeter große Areal auf dem ehemaligen Pioniergelände vor einigen Jahren von der Gemeinde gekauft. Dort befand sich einst das sogenannte "Casino", der Gastraum der ehemaligen Kaserne. Mehrere Wirte und Caterer versuchten hier erfolglos ihr Glück, nachdem die ersten Unternehmen sich angesiedelt hatten. Zuletzt hatte schließlich wieder die Gemeinde Interesse an der Fläche gezeigt und beim Grundstücksbesitzer für den Bau eines Parkhauses geworben, weil die Stellplätze in der KIM knapp wurden. Doch da hatte die Photonics Systems Group schon eigene Pläne in der Tasche. "Wir Mitarbeiter freuen uns sehr, bald noch besser zusammenarbeiten zu können", sagt Sprecherin Catrin Biberbach. Da könnten noch so viele Kommunikations-Tools zur Verfügung stehen - "der direkte Austausch mit den Kollegen ist nicht zu ersetzen".

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Quelle:
SZ vom 14.07.2020
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