Süddeutsche Zeitung

Krailling:Verkauf von Sportplatz am Waldrand geplatzt

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Die Gemeinde sucht nun erneut einen Käufer für die Fläche im Gewerbegebiet.

Von Carolin Fries, Krailling

Der Sportplatz am Rande des Kraillinger Gewerbegebiets bleibt weiterhin unbebaut. Der Verkauf des etwa 14 000 Quadratmeter großen Grundstückes an ein nicht näher bekanntes Unternehmen ist geplatzt. Das teilte Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) in der vergangenen Woche dem Gemeinderat mit. "Der Aufsichtsrat teilte mit, dass das Unternehmen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland nicht investieren wird", sagte Haux, der sich ansonsten nicht weiter zu dem Unternehmen äußern will. Ende vergangenen Jahres habe der Kaufvertrag nach zahlreichen vorbereitenden Gesprächen unterschriftsreif bereitgelegen. Nun erfolgte der überraschende Absprung.

Ursprünglich hatte die Firma EOS vor, sich auf dem Sportplatz am Waldrand im ehemaligen Pionierglände zu vergrößern. Das Laser-Sinter-Unternehmen mit Sitz in der Kraillinger Innovationsmeile (KIM) plante bis 2023 einen Neubau für 750 Mitarbeiter, stellte seine Absichten nach der Corona-Pandemie aber ein, nachdem viele Mitarbeiter lieber im Homeoffice arbeiten wollten. Die Gemeinde machte von ihrem Rückkaufsrecht Gebrauch und suchte nach einem anderen Käufer. Von etwa 40 Bewerbern war damals die Rede. Den Zuschlag bekam ein Unternehmen, von dem man sich eine vielversprechende Zukunft und entsprechende Gewerbesteuereinnahmen erwartete. "Es geht schließlich nicht nur um den Verkaufserlös, wenn die Gemeinde ein Grundstück verkauft", sagte der Bürgermeister.

Jetzt muss ein neuer Käufer her und zwar möglichst schnell. Die Gemeinde hatte nämlich fest mit dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf gerechnet und damit auch für den Haushalt dieses Jahres kalkuliert. Die Höhe des ausbleibenden Verkaufspreises nennt Haux nicht. Er ist aber zuversichtlich, die etwa zwei Fußballfelder große Fläche bald wieder los zu sein. "Hier kann man gleich loslegen, weil es bereits einen Bebauungsplan gibt", betont er einen der Vorteile, wozu freilich auch die naturnahe Lage mit Anbindung an die Autobahn zählt. Viele Interessenten stünden noch in der Warteschleife, diese werde man nun kontaktieren und das Bewerbungsverfahren neu aufsetzen.

Für den diesjährigen Haushalt könne man das fehlende Geld überbrücken. Am kommenden Dienstag, 12. März, will er dazu mit dem Gemeinderat beraten. Harte Kritik kommt bereits von der CSU. Fraktionssprecher Hans Wechner wirft dem Bürgermeister vor, nicht "rechtzeitig einen Plan B" erarbeitet zu haben. Er trage somit die alleinige Verantwortung dafür, dass "im Kraillinger Haushalt eine millionenschwere Lücke klafft."

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