bedeckt München

Krailling:Allerheiligen mit Maske

Der Friedhof ein Corona-Hotspot? Das will Kraillings Bürgermeister unbedingt vermeiden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Gemeinde erlaubt Gräbersegnung unter strengen Auflagen

Die Gräbersegnung an Allerheiligen wird in Krailling coronabedingt unter besonderen Hygienemaßnahmen stattfinden - vorbehaltlich kurzfristiger Änderungen, wie Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) sagt. So sollen die Besucher auf den Friedhöfen eine Maske tragen und an den Gräbern ihrer Angehörigen stehen bleiben. Die Gemeinde werde entsprechende Hinweisschilder an den Zugängen anbringen. Den Trompeter habe man heuer nicht beauftragt, um einer Gruppenbildung beim Zuhören der Musik vorzubeugen, wie der Bürgermeister erklärt. "Für ganz viele Menschen ist das ein wichtiger Tag."

Mit der Genehmigung unter Auflagen hat die Gemeinde ein "Dilemma auflösen" können, wie es Haux formuliert, zu dem es in der vergangenen Woche gekommen war. Da hatte der Bürgermeister die Gräbersegnung abgesagt. Ihm schien die Gefahr, Krailling könnte durch eine derart große Menschenansammlung zu einem Corona-Hotspot werden, zu groß. "Wir haben in Krailling sehr viele alte Menschen, die möchte ich schützen, so gut das möglich ist", begründet er seinen Vorstoß. Prompt erreichten ihn zornige Emails, die CSU-Fraktion stellte für die kommende Gemeinderatssitzung den Antrag, den traditionellen Gräberumgang stattfinden zu lassen. "Wir sind aber der Meinung, dass diese Gräbersegnung trotz Covid-19 stattfinden kann", schrieb CSU-Gemeinderätin Ute Richter.

Pfarrer Johannes von Bonhorst ist "dankbar", dass die Gräbersegnung nun stattfindet. Er stehe absolut hinter Maskenpflicht und Abstandsgebot. Es sei ihm lieber, dass die Segnung unter diesen Maßnahmen stattfinden kann, "als dass sie ersatzlos gestrichen wird."

© SZ vom 20.10.2020 / frie

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite