Kommunalwahl 2026Die Linke sieht sich im Aufwind

Lesezeit: 2 Min.

Lotta Ebert und Bernhard Feilzer treten auf der Liste der Linken für den Gilchinger Gemeinderat an.
Lotta Ebert und Bernhard Feilzer treten auf der Liste der Linken für den Gilchinger Gemeinderat an.
Sabine Bader
  • Die Linke im Landkreis Starnberg verzeichnet einen starken Mitgliederzuwachs von 30 auf über 70 Mitglieder binnen eines Jahres, vor allem bei jungen Menschen.
  • Erstmals tritt die Partei zur Kommunalwahl am 8. März mit eigenen Listen in Gilching, Gauting, Herrsching und für den Kreistag an.
  • Hauptthema der Linken ist soziale Gerechtigkeit, da viele junge Menschen trotz des reichen Landkreises Probleme bei Wohnungssuche und Familiengründung haben.
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Die Mitgliederzahl steigt rasant, vor allem junge Menschen wenden sich der Partei zu. Hauptthema ist auch im reichen Landkreis Starnberg die soziale Gerechtigkeit. In Gilching, Gauting, Herrsching und im Kreistag treten die Linken mit eigenen Listen zur Kommunalwahl an.

Von Sabine Bader, Gilching

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„Wir sehen uns definitiv im Aufwind.“ Lotta Ebert ist zuversichtlich. Gerade die jungen Leute seien politischer geworden, hat sie festgestellt. Die 28-Jährige ist Spitzenkandidatin auf der Liste der Linken für die Kommunalwahl am 8. März in Gilching. Die junge Frau setzt auf soziale Themen. Sie ist Pflegefachkraft und bildet Fachkräfte in diesem Beruf aus. Seit 2018 ist sie Mitglied ihrer Partei. Einen besonderen Auslöser für den Eintritt gab es für sie nicht. Sie habe lediglich ihre politische Haltung bekunden wollen, sagt sie.

Viele Menschen im reichen Landkreis Starnberg stehen mittlerweile für mehr soziale Gerechtigkeit ein, hat sie in Gesprächen mit Gleichaltrigen festgestellt. Denn vielen von ihnen sei bewusst, dass ihre Gehälter nicht ausreichen, um eine Wohnung zu mieten oder eine Familie zu gründen. „Schon ein Einkauf ist exorbitant teurer geworden als vor ein paar Jahren“, sagt Ebert. Überhaupt, sagt sie,  „haben wir heute massiv größere Probleme, als unsere Eltern sie hatten“. Den jungen Leuten sei bewusst, dass man durch eine unpolitische Haltung nichts bewegen und nichts verändern könne. Darum sei es für sie generell attraktiver geworden, politisch mitzumischen.

Doch es sei nicht nur die soziale Ungerechtigkeit, die die Bürger wach rüttle, die derzeitige Weltlage verunsichere die Leute auf ganzer Linie.  „Wir haben noch gelernt, wir dürfen sein, wer wir sind – das sehen wir jetzt zum Teil bedroht“, sagt Ebert und stellt klar: „Ich möchte dagegen aufstehen und denke, ich bin nicht allein damit.“ Für sie steht fest: „Das Klima ist rauer geworden. Da sind viele aufgewacht und haben den Weg zu uns gefunden.“

Die Linke erhofft sich je drei Sitze in den Gemeinderäten

In Gilching hat die Linke derzeit 13 Mitglieder. Im Landkreis Starnberg sind es nach den Angaben von Bernhard Feilzer mittlerweile „weit über 70“. Vor einem Jahr waren es noch etwas über 30 Mitglieder gewesen. Der Boom hat den Verantwortlichen Mut gemacht. Darum setzen sie erstmals auch auf Präsenz in den Gemeinderäten. Dort will die Linke laut Feilzer jetzt Fuß fassen. „Wir haben Listen in Gilching, Gauting und Herrsching aufgestellt“, erzählt er. Der 76-Jährige ist auf der Gilchinger Liste seiner Partei ebenso vertreten wie auf der Kreistagsliste. Bei der Bundestagswahl 2025 war er Direktkandidat für die Linke.

Bislang ist die Linke in keinem einzigen Gemeinderat im Landkreis präsent. Im Kreistag gibt es genau einen Mandatsträger der Partei. Nach der Kommunalwahl wird das anders werden, davon ist Feilzer überzeugt. Er hofft, dass seine Partei dann mit je bis zu drei Sitzen in den Gemeinderäten Gilching, Gauting, Herrsching und im Kreistag vertreten sein wird. „Der Wille etlicher jüngerer Mitglieder, auch auf breiter Ebene Politik zu machen, ist da“, sagt er. Vor allem im westlichen Landkreis hätte seine Partei stark zugelegt – in Seefeld, Wörthsee, Herrsching, Weßling und Gilching. Da die Parteijugend jetzt politisch aktiver werde, könne er seine Aufgaben im Seniorenbeirat mehr in den Vordergrund rücken, glaubt Feilzer.

„Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“  heißt der Film, zu dem die Linke die Bürger am Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr, in die Filmstation nach Gilching einlädt.

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