Patrick Janik (CSU) bleibt Bürgermeister der Stadt Starnberg. Bei einer schwachen Wahlbeteiligung von lediglich 46,2 Prozent – 8487 Wähler von insgesamt 18 366 Stimmberechtigten hatten sich beteiligt – setzte sich der Amtsinhaber mit 56,7 Prozent gegen Severin Kistner (Grüne) durch.
Die Auszählung der Briefwähler zog sich am Sonntagabend etwas in die Länge gezogen und damit für Spannung gesorgt. Zwar war Janik leicht favorisiert in die Stichwahl gegangen, doch nach einem derart deutlichen Erfolg sah es zunächst nicht aus. Im Gegenteil: Nach Auszählung der ersten neun Wahllokale lag Kistner zwischenzeitlich sogar mit 51,7 Prozent vorn. Erst eine Stunde nach Schließung der Wahllokale brandete im Foyer des Starnberger Rathauses, in dem sich knapp 30 Interessierte eingefunden hatten, verhaltener Applaus auf. „Dürfen wir schon gratulieren?“, fragte eine Frau, und Janik antwortete: „Ich glaube schon.“

Aus Janiks Sicht hatte die Wahl den erwarteten Verlauf genommen: viele Stimmen für den Herausforderer in den Wahllokalen, ein hoher Anteil für den Amtsinhaber bei den Briefwählern. Erste Gratulantin von den Grünen war Stadträtin Angelika Fränkel: „Ich wünsch’ dir alles Gute“, sagte sie. Janik hat noch zwei Arbeitstage vor sich, verabschiedet sich dann zu seinem 50. Geburtstag in einen Kurzurlaub – und wird dann mit den Sondierungsgesprächen für den Stadtrat starten: „Wir müssen weiter unsere Arbeit machen.“
Maximilian Platzer wird neuer Rathauschef in Gauting
Jubel und Applaus im Gautinger Rathaus nur 41 Minuten nach Schließung der Wahllokale. Da stand fest: Maximilian Platzer (CSU) wird neuer Bürgermeister und tritt die Nachfolge seiner Parteifreundin Brigitte Kössinger an, die nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidiert hatte. Der 38-jährige Diplom-Politologe und Unternehmensberater siegte mit 59,1 Prozent deutlich gegen den 60-jährigen Physiker Matthias Ilg von den Grünen. Die Wahlbeteiligung betrug im zweiten Durchgang 57,1 Prozent. Sein Erfolg in der Stichwahl war abzusehen, denn der CSU-Kandidat war mit 47,7 Prozent in der ersten Runde als Favorit ins finale Rennen gegangen.
Gewinner Platzer sagte in einer ersten Reaktion: „Das Ergebnis macht mich stolz und glücklich, gleichzeitig aber auch demütig, weil ich auch wirklich Respekt vor dem Amt habe.“ Er werde jeden Tag sein Bestes geben, „damit wir Gautings Zukunft gut gestalten.“ Und: „Ich hoffe und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit in den nächsten sechs Jahren.“

Die Kandidaten in Gauting hatten sich im Wahlkampf Schärfen und persönliche Anfeindungen erspart und gingen durchwegs fair miteinander um. Das sollte die Zusammenarbeit vom Mai an in neuer Besetzung erleichtern. Der neue Bürgermeister hat es jedenfalls mit einem gründlich veränderten Gemeinderat zu tun.
Die CSU stellt weiterhin die stärkste Fraktion, hat ihren Vorsprung vor den Grünen ausgebaut und hat nun elf Sitze in dem 30-köpfigen Gremium. Fünf der CSU-Gemeinderäte sind neu im Gremium. Der Altersdurchschnitt sinkt deutlich und liegt laut Platzers Berechnung bei 35 Jahren. Neu sind zudem Vertreter der Linken und der AfD im Gemeinderat.
Stefan Siegl gewinnt die Stichwahl in Gilching
Auch nach 36 Jahren hat es die CSU in Gilching nicht geschafft, wieder den Chefsessel im Rathaus zu erobern. Ihr Kandidat Roland Schrafstetter kam in der Stichwahl nur auf 34 Prozent der Stimmen und unterlag damit überraschend deutlich seinem Kontrahenten Stefan Siegl, der 66 Prozent erreichte. Somit stellen die Freien Wähler erstmals seit 18 Jahren wieder einen Bürgermeister in dieser Gemeinde.

„Ich habe offenbar viele Menschen in Gesprächen überzeugen können“, sagte Siegl, der nicht mit so einem Kantersieg gerechnet hatte. Der 50-jährige Betriebswirt hatte nach dem ersten Wahlgang einen knappen Vorsprung von nur 248 Stimmen, der Ausgang galt als völlig offen. Doch angesichts der klaren Tendenz verließ Schrafstetter am Sonntagabend recht schnell den Gasthof „Zum Oberen Wirt“ im Altdorf und gratulierte bereits um 18.30 Uhr seinem Gegner im Rathaus auch für den „fairen Wahlkampf“.
Der CSU-Kandidat war enttäuscht, befand aber, dass deshalb nicht die Welt untergehe. Siegl hingegen wurde gefeiert und ein ums andere Mal umarmt – besonders auch von Pia Vilsmayer, die nun in den Gemeinderat für die Freien Wähler nachrücken darf. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 53,4 Prozent, weil sich offenbar viele Bürger in der zweiten Runde nicht entscheiden konnten. Und auf einem Wahlzettel stand doch glatt: „Smash the patriarchy – keiner von euch beiden.“ Siegl kündigte an, mit allen demokratischen Kräften zusammenzuarbeiten und bedankte sich für die große Unterstützung im Wahlkampf.
In Berg geht Rupert Steigenberger in die zweite Amtszeit

In Berg hat der von SPD und Bürgergemeinschaft nominierte Amtsinhaber Rupert Steigenberger seinen Herausforderer Sebastian Gastl (CSU) im zweiten Wahlgang um mehr als 500 Stimmen hinter sich gelassen. Steigenberger erzielte 57,3 Prozent, zwei Wochen zuvor hatten lediglich 39,9 Prozent der Berger für ihn votiert.
In einer ersten Stellungnahme sagte der 58-Jährige: „Ich war sehr zuversichtlich und das ist ja auch bestätigt worden.“ Für die Unterstützung der anderen Fraktionen sei er „sehr dankbar gewesen“, schließlich stelle seine Wählergruppe, die Bürgergemeinschaft, selbst nur zwei Gemeinderäte.
Kraillings neuer Bürgermeister heißt Stefan Göttlinger (CSU)

In Krailling hat der 38-jährige Unternehmensberater Stefan Göttlinger (CSU) seinen Stimmenanteil von 45,5 Prozent auf 60,3 Prozent in der Stichwahl gesteigert. Die für die Grünen angetretene, 58-jährige Juristin Ricarda Weimar errang 39,7 Prozent der Stimmen. Im ersten Wahlgang hatte sie 30,3 Prozent der Wähler überzeugt. Amtsinhaber Rudolph Haux (FDP) war bereits im ersten Wahlgang gescheitert und hatte keine Kandidaten-Empfehlung für die Stichwahl gegeben.
Sassa Bäumler wird Bürgermeisterin in Wörthsee

In Wörthsee hat sich die 55-jährige Juristin Sassa Bäumler mit 53,6 Prozent der Stimmen gegen den 63-jährigen Jakob Aumiller von der CSU durchgesetzt. Die parteifreie Kandidatin hatte schon im ersten Wahlgang mit 39,7 Prozent vorn gelegen. In einer Stellungnahme sagte sie, sie wolle sich für „ein faires Miteinander in der Verwaltung und Gemeinde einsetzen“ und die anstehenden Aufgaben „offen und ehrlich mit der Bürgerschaft anpacken“.
Der unterlegene Landwirt Jakob Aumiller zeigte sich „sehr enttäuscht“. Sein jahrzehntelanges berufliches und ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde seien von den Wählern nicht honoriert worden. „Das zählt dann alles gar nicht“, sagte Aumiller bedrückt.

