Der amtierende Landrat Stefan Frey (CSU) wird auch der zukünftige Landrat im Landkreis Starnberg sein. Bei der Landratswahl am Sonntag hat ihn die Mehrzahl der Wählerinnen und Wähler im ersten Wahlgang mit einem echten Vertrauensbeweis belohnt: Nach Auszählung aller Wahllokale stand fest, dass der 50-Jährige mit 59,1 Prozent der Stimmen nicht einmal in die Stichwahl muss, obwohl er insgesamt vier Gegenkandidaten hatte.
Gegen ihn waren Michaela Eisenschmid von den Freien Wählern, Benjamin Barho von den Grünen, FDP-Kandidat Markus Deschler und Roman Sonnenberg von der AfD ins Rennen gegangen. Politische Schwergewichte sind Freys vier Kontrahenten nicht. Auch wenn der Gautinger FDP-Mann Deschler seit 2008 dem örtlichen Gemeinderat angehört und zudem dritter Bürgermeister ist, erhielt er lediglich 4,6 Prozent der Stimmen. Michaela Eisenschmid von den Freien Wählern ist seit 2020 Mitglied im Andechser Gemeinderat. Sie erhielt 9,0 Prozent. Der Jurist Roman Sonnenberg, den die AfD ins Rennen schickte, und der politisch im Landkreis Starnberg bislang nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist, kam auf 7,1 Prozent. Am besten schlug sich noch Benjamin Barho von den Grünen. Er lebt in Gauting, ist Co-Kreissprecher seiner Partei und konnte 20,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
Die SPD hatte zugunsten von Frey auf eine eigene Kandidatur verzichtet
Dass Frey bereits im ersten Wahlgang fast 60 Prozent der Stimmen holte, mochte mit an der Tatsache gelegen haben, dass die SPD im Landkreis erstmals seit 1978 ohne eigene Landratskandidatin oder -kandidaten in den Kommunalwahlkampf gezogen ist. Stattdessen hatte sie ihre Anhänger dazu aufgerufen, den CSU-Mann Frey zu unterstützen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Christian Winkelmeier aus Gilching, hatte den Entschluss seiner Partei pragmatisch folgendermaßen begründet: Frey habe bereits in seiner ersten Amtsperiode gezeigt, „dass er’s kann“.
„Ich bin erleichtert. Es hat schon ein Stück Arbeit gekostet, die Menschen zu erreichen“, sagte Frey am Wahlabend zur SZ.

