Kommunalwahl:Zweimal einstimmig

Utting CSU BM Kandidat Florian Hoffmann

Für seinen Job in der Verwaltung hat Florian Hoffmann 2017 sein Gemeinderatsmandat niedergelegt. Jetzt bewirbt er sich in Utting als Rathauschef.

(Foto: Nila Thiel)

Florian Hoffmann will Uttinger Bürgermeister werden

Von Armin Greune, Utting

Mit Florian Hoffmann haben CSU/Bürgerliste und Ländliche Wählergemeinschaft (LWG) Utting einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im kommenden März gefunden. Der 36-jährige Kommandant der örtlichen Feuerwehr war von 2014 bis Jahresmitte 2017 Mitglied des Uttinger Gemeinderats und des Bauausschusses. Dann musste er sein ehrenamtliches Mandat niederlegen, weil er eine Stelle im Bau- und Umweltamt der Gemeinde antrat. Der LWG-Vorsitzende Jakob Wilhelm rückte für ihn nach, weil die zwei direkten Listennachfolger es zuvor ablehnten, ihr Mandat wahrzunehmen.

Hoffmann aber hat sein Ausscheiden aus dem Gremium bedauert: "Das hat mich schon beschäftigt, ich habe gemerkt, ich würde gern zurückkehren." Ein ehrenamtliches Mandat bleibt ihm verwehrt, so lange er in der Gemeindeverwaltung arbeitet. Aber der Wunsch, seine Heimatgemeinde politisch mitzugestalten, habe ihn motiviert, sich für das Bürgermeisteramt zu bewerben. Bei der Nominierungsversammlung der Ländlichen Wähler stimmten alle 23 Wahlberechtigten für ihn. Die LWG-Gemeinderatsliste soll am 11. Dezember aufgestellt werden, derzeit hat die Fraktion zwei Sitze im Gemeinderat.

Die gemeinsame Liste von CSU und Bürgerliste (BL) ist mit derzeit sechs Sitzen die zweitstärkste Fraktion - hinter der GAL, die auch sechs Gemeinderäte plus den scheidenenden Bürgermeister Josef Lutzenberger stellt. Bei der Kür des Bürgermeisterkandidaten am Mittwochabend votierten alle 21 Stimmberechtigten für Hoffmann, nachdem die Gemeinderäte Wilhelm (LWG) und Margit Gottschalk (CSU) entsprechende Empfehlungen ausgesprochen hatte. 2014 war Gottschalk noch selbst gegen Amtsinhaber Josef Lutzenberger (GAL) angetreten, der 2020 nicht mehr zur Wahl steht. Die Nominierungsversammlung von CSU/BL für den Gemeinderat ist für den 3. Dezember anberaumt.

Hoffmann hat sein ganzes bisheriges Leben in Utting gewohnt, er ist ledig. Er war der erste LWG-Gemeinderat, der nicht aus dem landwirtschaftlichen Umfeld stammt und auch keinen Grund im Ort besitzt. Der gelernte Schreiner hat viele Jahre bei der Post gearbeitet, bevor er ins Rathaus wechselte, wo er eine berufsbegleitende Ausbildung zum Verwaltungsangestellten absolvieren konnte. Sein "schönstes Hobby" sei die Uttinger Feuerwehr, der er seit dem 14. Lebensjahr angehört, sagt Hoffmann selbst. Im Bürgermeisteramt will er weniger konkrete programmatische Ziele verfolgen, als "das Miteinander fördern, damit das Gefüge passt".

Vor ihm hat bereits die langjährige GAL-Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzende im Kreistag Renate Standfest ihre Ambitionen angekündigt, Lutzenberger als Rathauschef zu beerben. Die SPD, die 2014 zwei Gemeinderatssitze errang, wird auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichten. In der Uttinger Rathausverwaltung aber strebt noch ein weiterer Mitarbeiter ein Bürgermeisteramt an: Geschäftsleiter und Kämmerer Florian Zarbo kandidiert für die Freien Wähler in seinem Wohnort Dießen.

© SZ vom 26.11.2019
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB