Kommunalwahl in Tutzing:CSU-Kreischefin aus Gemeinderat gewählt

Lesezeit: 1 min

CSU nominiert Kössinger als Bürgermeisterkandidatin; Nominierungsversammlung der Gautinger CSU

Stefanie von Winning hat das Nachsehen: Die CSU-Kreischefin ist als Gemeinderätin abgewählt worden.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Stefanie von Winning war in ihrer Heimatgemeinde Tutzing auf Listenplatz zwei angetreten. Doch andere - männliche und jüngere - Kandidaten sind an ihr vorbei nach vorn gehäufelt worden.

Das ist schon ein Aufsehen erregendes Ergebnis der Kommunalwahl in Tutzing: Stefanie von Winning, die Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Starnberg, ist in ihrer Heimatgemeinde Tutzing nicht mehr in den Gemeinderat gewählt worden. Und das, obwohl sie auf dem Listenplatz zwei kandidierte. Die CSU schrumpfte in der Seegemeinde von sieben auf sechs Sitze. Aber dass andere - männliche und jüngere - Kandidaten an ihr vorbei nach vorn gehäufelt wurden, war überraschend. Seit 1990, also seit fünf Legislaturperioden, vertrat die Referatsleiterin der Hanns-Seidel-Stiftung die CSU in Tutzing. Dass diese Schlappe ihre Position als Kreisvorsitzende schwächt, befürchtet sie derzeit aber nicht. Die Menschen hätten gerade ganz andere Sorgen.

"Schön ist das Ergebnis natürlich nicht, aber ich kenne das Spiel ja", sagte Winning am Dienstag der SZ. Sie sei kaum in örtlichen Vereinen präsent, nur in der Partei. Das nehme der Wähler nicht wahr, sieht sie als einen Grund für ihre Abwahl. "Nicht ermutigend" findet sie das Ergebnis - auch Kulturreferentin Brigitte Grande wurde auf der CSU-Liste nicht wiedergewählt - für andere Frauen, die sich bei den Christsozialen engagieren. Beleidigt sei sie aber nicht: "Das ist Demokratie, das nehme ich so an." Was sie positiv bewertet: Dass mit Florian Schotter und Ludwig Horn zwei Jüngere das Ruder in Tutzings größter Fraktion mit übernehmen.

Fast ist ein bisschen Erleichterung zu spüren, wenn von Winning darauf verweist, sie habe ja in der Hanns-Seidel-Stiftung inzwischen einen "Riesenjob". Ihr Amt als Kreisvorsitzende, das sie seit 2013 inne hat, sieht sie nicht beschädigt. "Wenn andere das anders sehen, müssen wir intern diskutieren." Jetzt gehe es darum, sich auf die vier anstehenden Stichwahlen im Landkreis zu konzentrieren und trotz der Corona-Krise möglichst viele Bürger zum Wählen zu bewegen. Winning ist innerparteilich nicht unumstritten. Bei ihrer vierten Wiederwahl 2019 musste sie mit 77,7 Prozent einen Dämpfer hinnehmen. Die nächste Kreisvorsitzwahl steht im Jahr 2021 an.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB