Kommunalwahl in Schondorf:Von der Ministrantin zur Spitzenbewerberin

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Kommunalwahl in Schondorf: Bettina Hölzel ist aus München wieder nach Schondorf zurückgekehrt und will nun Bürgermeisterin werden.

Bettina Hölzel ist aus München wieder nach Schondorf zurückgekehrt und will nun Bürgermeisterin werden.

(Foto: oh)

Bettina Hölzle tritt für die CSU gegen Amtsinhaber Alexander Herrmann an

Von Armin Greune, Schondorf

Die örtliche CSU will den Grünen und ihrem erneut antretenden Rathauschef Alexander Herrmann das Feld nicht kampflos überlassen: Für die Bürgermeisterwahl haben die Christsozialen die 36-jährige Diplom-Betriebswirtin Bettina Hölzle nominiert. Auch wenn Rainer Jünger vor fünfeinhalb Jahren bei der Bürgermeister-Stichwahl knapp verloren hatte, stellt die CSU noch immer mit sechs Sitzen die stärkste Fraktion im Schondorfer Gemeinderat, gleichauf mit den Grünen, wenn man Herrmann mitzählt. Und aus den Reihen der CSU Schondorf ging auch der amtierende Landsberger Landrat hervor: Bis zur Wahl 2014 war Thomas Eichinger 18 Jahre lang Gemeinderat gewesen.

Derzeit zählt der Ortsverband 54 Mitglieder. 18 waren bei der jüngsten Nominierungsversammlung anwesend, aber deswegen blieb der Saal noch lange nicht leer: Es drängten so viele Gäste herein, dass noch weitere Stühle geholt werden mussten. Die 18 Stimmberechtigten unter etwa 60 Anwesenden schenkten Hölzle einstimmig das Vertrauen. Die Gemeinderatsliste, die - anders als etwa in Utting - ausschließlich aus CSU-Mitgliedern bestehen soll, wird am 12. Dezember aufgestellt.

Auch wenn Hölzle erst seit zehn Monaten dem Schondorfer Ortsverband angehört, ist sie schon seit 15 Jahren bei CSU, Junger Union und Frauen-Union aktiv. Sie war in der Münchner Altstadt stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende und hatte diverse Ämter im Kreis- und Bezirksvorstand inne. Im Januar zog sie mit Mann und Kind an den Ammersee zurück, in Schondorf gehört sie nun dem Ortsvorstand als Schriftführerin an. Hölzle ist im Ort aufgewachsen, ihre Familie lebt dort seit dem bayerisch-preußischen Krieg 1866. Als Ministrantin im Ort brachte sie es auf zehn Jahre Amtszeit, inzwischen ist die Mutter eines vierjährigen Sohns Elternbeirätin im Schondorfer Kinderhaus.

Als vorrangige kommunalpolitische Ziele führt Hölzle die Themen Mobilität, Infrastruktur und Wohnraum in Schondorf auf. Sie selbst konnte dort nur wieder Fuß fassen, weil ihr Großvater Grund besaß. Dem zumindest saisonalen Leerstand vieler Häuser im Ort will sie mit einer Satzung entgegenwirken, die Zweitwohnsitze wie schon am Tegernsee genehmigungspflichtig macht. Die Infrastruktur möchte sie unter anderem durch digitale Apps optimieren, mit denen etwa kaputte Straßenbeläge und Laternen gemeldet werden können. Als zusätzliche Verkehrsmittel im Ort wünscht sich Hölzle Anruf-Sammeltaxis, die Lücken im ÖPNV-Fahrplan schließen sollen.

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