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Kommunalwahl in Berg:Kandidatenkür beim Höhenrainer Frühstück

Bürgermeisterkandidat Steigenberger wird vorgestellt; Drei Parteien, ein Kandidat

Bergs Bürgermeister Rupert Monn (li.) wünscht sich Rupert Steigenberger als Nachfolger im Amt.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Architekt und Gemeinderat Rupert Steigenberger tritt bei der Bürgermeisterwahl in Berg an. Dass seine Bewerbung von gleich drei Listen unterstützt wird, hat historische Dimension

Spätestens seit 2002 weiß man, dass Frühstücke für die Betreffenden nicht immer bekömmlich sind und man an ihnen zuweilen lange zu knabbern hat. Schließlich ging nach dem morgendlichen Treffen zwischen Angela Merkel und Edmund Stoiber, das als "Wolfratshauser Frühstück" in die Geschichte einging, die Bundestagswahl für die Union verloren.

Dass das in Berg im kommenden Frühjahr anders laufen möge, hoffen drei Gruppierungen und Parteien in Berg. SPD, Einigkeit und Bürgergemeinschaft stellten am Montagmorgen im Privathaus von Rathauschef Rupert Monn Gemeinderat Rupert Steigenberger (BG) als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten vor. Der 52-jährige Steigenberger will bei der Wahl im kommenden März gegen die drei bereits designierten Kandidaten Elke Link (QUH), Robert Schmid (CSU) und Anke Sokolowski (FDP) antreten.

Eines steht fest: Als vertrautes Vieraugengespräch war die Höhenrainer Zusammenkunft von Anfang an nicht gedacht, dazu stehen viel zu viele Butterbrezen auf dem gedeckten Tisch. Und auch die beiden vollen Thermoskannen mit Kaffee deuten darauf hin, dass etliche Gäste im Hause Monn erwartet werden. Nach und nach trudeln sie auch ein: der Vorsitzende der Einigkeit (EUW), August Buchberger, der Chef der Bürgergemeinschaft (BG), Wolfgang Reiser, und SPD-Chef Bernhard von Rosenbladt sowie Rupert Steigenberger und Tobias Völkl.

Historisch war das "Höhenrainer Frühstück" dennoch, denn in der Geschichte der Gemeinde Berg ist es laut Monn noch nie vorgekommen, dass mehrere Parteien einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten präsentieren. Aber in der Kommunalpolitik komme es nicht unbedingt darauf an, welcher Partei man angehöre, sondern, dass man bei für die Gemeinde wichtigen Projekten an einem Strang ziehe.

Steigenberger habe "Kontinuität und Sachverstand" in der Vergangenheit vielfach unter Beweise gestellt, betonte Reiser. Und er sei "sozial wie fachlich kompetent", erklärte Buchberger. Der 52-Jährige könne auf den hundertprozentigen Rückhalt der Einigkeit zählen, sagte er und sicherte ihm jede erdenkliche Hilfe zu.

SPD-Chef Rosenbladt nannte das Parteientrio ein "Bündnis derer, die mit den bisherigen Kandidaten nicht zufrieden" seien. Steigenberger bringe viel Sachverstand mit, so dass seine Partei ihm zutraue, die Gemeindeverwaltung "bürgernah und modern" zu führen. Als Architekt bringe Steigenberger zudem einen großen Erfahrungsschatz in Sachen Bauen und Bauplanung mit, was den Sozialdemokraten besonders wichtig sei. Schließlich hätten sie es sich auf die Fahnen geschrieben, das bezahlbare und klimafreundliche Bauen zu fördern.

Viele Bürger in Berg hätten ihn gefragt, warum er eigentlich nicht kandidiere, erzählte Steigenberger. Der Grund sei ganz einfach, man habe sich zuerst darauf verständigt, Tobias Völkl zu unterstützen, erst als sich herauskristallisiert habe, dass dieser nicht antreten könne, weil er keinen geeigneten Nachfolger für seinen Schreinereibetrieb finde, habe er, Steigenberger, begonnen, über eine mögliche Kandidatur nachzudenken.

Auch Steigenberger verwies darauf, dass ihm, sollte er gewählt werden, an einer fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit im Gemeinderat viel liegt. Sonst wären Vorhaben wie der Bau der Windräder in den Wadlhauser Gräben nicht möglich gewesen, erklärte er. Denn ein Projekt dieser Tragweite sei nur zu stemmen, wenn die Fraktionen im Gremium an einem Strang zögen.

Steigenberger hat Architektur studiert, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist Beamter und Baudirektor im Staatlichen Bauamt München. Dort ist er unter anderem für die Liegenschaften von Bundeswehr und Bundespolizei zuständig. Erleichtert wirkte Rupert Monn nach der Kandidatenvorstellung am Montag: "Mit geht es jetzt recht gut, weil ich weiß, wir sind gemeinsam auf einem guten Weg."