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Kommunalwahl im Landkreis Starnberg:Kandidatenkür in Weßling

Die CSU schickt Andreas Lechermann, die SPD Klaus Ebbinghaus ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Das Wahlprogramm ähnelt sich in einigen Punkten

CSU und SPD in Weßling haben ihre Bürgermeisterkandidaten gewählt: Andreas Lechermann und Klaus Ebbinghaus. Beide sind Gemeinderäte und haben einen ähnlichen beruflichen Background. Lechermann, Jahrgang 1985, hat eine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur absolviert und arbeitet seit 2001 in diesem Beruf. Auch der 54-jährige Sozialdemokrat Ebbinghaus verweist auf eine Sanitärausbildung, ist aber seit 25 Jahren beim Deutschen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gebäudemanagement tätig. Während die SPD im Gasthof Plonner auch die Liste "SPD und Freie" aufstellte, findet die Kandidatenkür der Christsozialen mit der Wählergruppe Bürgergemeinschaft erst am 21. November, um 19.30 Uhr, statt.

Andreas Lechermann kandidiert für die CSU.

(Foto: Arlet Ulfers)

"Ich trete an, damit wir die Wahl gewinnen", verkündete Lechermann bei der Aufstellungsversammlung im Café am See. Nach 18 Jahren soll das Rathaus für die CSU "zurückerobert" werden. "Einen Neuanfang für das Erscheinungsbild der Gemeinde", erhofft sich CSU-Vorsitzende Christina Mörtl-Diemer, "vieles ist sträflich vernachlässigt worden". Lechermann ging in seiner Antrittsrede offensiv gegen etwaige Kritiker vor, die ihm das fehlende Abitur beziehungsweise Studium als Nachteil andichten wollten. "Durch meinen bodenständigen Beruf kenne ich die Probleme der Menschen", sagte er. Zudem werde er als Bürgermeister für "handfeste, bodenständige Maßnahmen statt abstrakter Konzepte" stehen. Seine kommunalpolitische Kompetenz hat sich Lechermann auch in seinen Funktionen als ehemaliger Vorstand der Landjugend, amtierender Gauschützenmeister, Feuerwehr-Referent, Gemeinde- und Kreisrat sowie in der Kirchenverwaltung Sankt Georg Oberpfaffenhofen erworben. Lechermann will als Bürgermeister für längere Öffnungszeiten und mehr digitale Dienstleistungen sorgen. Außerdem sollen die gemeindlichen Liegenschaften energieautark werden und Probleme in interkommunaler Zusammenarbeit gelöst werden.

Einige Forderungen unterscheiden sich nicht von denen des SPD-Kandidaten Ebbinghaus, der im Ortsbildbeirat und im Arbeitskreis "Mobil und lebenswert" tätig ist. Neben verringertem CO₂-Ausstoß der Gemeindeliegenschaften möchte sich Ebbinghaus als Bürgermeister für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. "Die alten Schulhäuser könnten zu Wohnzwecken verwendet werden", überlegte er. Beim Bahnhof möchte er sofort Maßnahmen wie neue Fahrradständer durchsetzen und "nicht erst auf die Bahn warten". Außerdem plädiert der Vater zweier erwachsener Töchter dafür eine Sozialpädagogin für das Jugendhaus einzustellen, den Rückbau der Hauptstraße voranzutreiben und mit mehr Kontrollen und weiteren Maßnahmen den Touristenströmen zu begegnen. Mit 16 "Ja-Stimmen" und einer Enthaltung stimmten "SPD und Freie" im Gasthof Plonner für Ebbinghaus.

Klaus Ebbinghaus, Spitzenkandidat der SPD.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auch die SPD-Liste führt Ebbinghaus an. An zweiter Stelle steht Gemeinderat Claus Angerbauer, gefolgt von Birgit Kastl. Sie war bereits zwischen 1990 und 2003 im Gemeinderat. Auch Klaus Waechter ist als ehemaliger Gemeinderat ein bekannter Name auf der Liste. Stolz sind die Sozialdemokraten auf die vielen "Jungen". Titus Samson und Nils Wütherich sind erst 20 Jahre alt. Trotz intensiver Bemühungen hätten aber nur sieben Frauen für die Liste gefunden werden können, bedauerte SPD-Ortsvorstand Michael Geyer. An letzter Stelle steht Shahram Shahangi: Er war 2001 aus dem Iran zum Studieren nach Deutschland gekommen und blieb. Mit Hilfe seiner Online-Werbeagentur hofft er, die Weßlinger SPD in den sozialen Medien besser präsentieren zu können.

SPD-Kandidaten: Klaus Ebbinghaus, Claus Angerbauer, Birgit Kastl, Lukas Erlacher, Petra Strodl, Wolfgang Waechter, Manuel Friedl, Marc Weigand, Michaela Richter, Felix Wütherich, Senada Göpfert, Titus Samson, Nils Wütherich, Karin Endesfelder-Angerbauer, Peter Schönberger, Michael Finkenzeller, Ursula Mussgnug-Kempmann-Hirsch, Michael Geyer, Lisa Mörtl, Shahram Shahangi.