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Kommunalwahl im Landkreis Starnberg:Behutsame Entwicklung

Gauting  Bosco SPD

Die SPD ist derzeit nicht im Gautinger Gemeinderat vertreten. Nun hat sie ein Programm und eine Liste für die Kommunalwahl beschlossen.

(Foto: Georgine Treybal)

Die SPD will im Gautinger Rathaus wieder eine Fraktion bilden

Mit viel Elan geht die Gautinger SPD in den Kommunalwahlkampf. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten werden die Sozialdemokraten nicht aufstellen. Schon im Mai hatten sie sich darauf verständigt, Hans Wilhelm Knape, den Kandidaten der Grünen, zu unterstützen, sagte Ortsvorsitzender Eberhard Brucker. Als Parteiloser war Knape über die SPD-Liste in den Gemeinderat gekommen. Bei seiner Vorstellung am Montag im Bosco wurde klar, dass sich viele seiner Ziele mit denen der SPD decken. Wie beispielsweise eine moderate Ortsentwicklung, neue Wege bei der Erzeugung regenerativer Energien in kommunaler Hand, bezahlbare Wohnungen für Familien mit durchschnittlichem Einkommen, Ausbau der Kinderbetreuung, weniger Verkehr, kein Gewerbegebiet mitten im Landschaftsschutzgebiet. Auch wenn es im Gemeinderat keine SPD-Fraktion mehr gibt, hat sich der Vorstand nicht geschlagen gegeben, sondern hat sich Monatelang mit der Ausarbeitung eines Programms befasst. Unter dem Motto Richtungswechsel und den Slogan "gemeinsam, gerechter, sozialer" hat ein vierköpfiges Team das Programm ausgearbeitet, das später von den 20 Mitgliedern einstimmig angenommen wurde.

Brucker erläuterte die Punkte Ortsentwicklung und Gewerbe. Gauting besteche durch seine besondere Lage im Würmtal; durch die beidseitigen Hangkanten sei die Siedlungsstruktur entstanden, die nur eine behutsame Weiterentwicklung vertrage, sagte er. Geprägt durch die Verkehrsachsen Ammersee-/Bahnhofstraße und Münchener-/Starnberger Straße ergebe sich, dass der Ort im Grünen nicht noch großstädtischer werden dürfe. Das geplante Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz solle 5000 Arbeitsplätze schaffen, so Brucker. "Über die Folgen spricht niemand. Jedenfalls werden dann mindestens 1000 Familien mehr in der Umgebung wohnen wollen." Das bedeute massiven Siedlungsdruck, steigende Grundstückspreise, steigende Mieten, mehr Schulen, mehr Kinderbetreuung und Millionen teure Investitionen. Schon vor Jahren habe das Landratsamt vorgeschlagen, die Gewerbesteuer zu erhöhen, was ein paar Millionen mehr bedeute.

Das Umdenken beim Verkehr stellte Dieter Appel vor. Er spricht sich für eine Gleichberechtigung von Autos und Fahrrädern aus, lehnt den Ausbau der Bahnunterführungen für den Schwerlasterverkehr ab, plädiert für mehr Busse und den Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn. Oliver Meyer erläutert die Vorschläge fürs Wohnen: Bei AOA sollen nur 180 Wohnungen gebaut werden, um die Nachbarn und den Verkehr auf der Ammerseestraße nicht noch weiter zu belasten. Genossenschaftliches Bauen soll gefördert, Baugrundstücke nicht an den Investor mit dem höchsten Gebot, sondern in Erbpacht vergeben werden. Eckhard Müller-Guntrum verlangt eine echte Bürgerbeteiligung und eine "Planungskultur, die den Bürger ernst nimmt".

Die Kandidaten der Gautinger SPD: Eberhard Brucker, Carola Wenzel, Oliver Meyer, Hannelore Krumbholz, Ingo Hugger, Christel Romero-Stempel, Klaus Smieskol (parteilos), Ilse Meserth, Karl-Jürgen Schönwälder (parteilos), Günter Weithofer, Arthur Mattejat (parteilos), Eckhard Müller-Guntrum (parteilos), Günter Meier, Dieter Appel und Alfred Andris.

© SZ vom 04.12.2019

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