Eine junge Frau will Bürgermeisterin werden: Das ist schon rein statistisch eine ungewöhnliche Kandidatur, denn nur zehn Prozent der Rathäuser in Bayern sind an der Spitze bisher weiblich besetzt. „Mich reizt die Aufgabe“, sagt Louisa Brückl, die in Schondorf am Ammersee für die Grünen antritt. Die 37-Jährige will ihrem Parteifreund, dem amtierenden Bürgermeister Alexander Herrmann, nachfolgen, der nach zwei Amtsperioden aufhört. Brückl wohnt mit Mann und kleinem Kind seit 2023 in Schondorf, sie ist am Ammersee aufgewachsen. Hier fühlt sie sich zu Hause, deshalb zog es sie nach Stationen in München und Wien wieder zurück. Gegen sie tritt der Kandidat der CSU, Gunther Hofmann, 68, Arzt und Klinikdirektor im Ruhestand, an.
Louisa Brückl ist Psychologin und Personalmanagerin für Führungskräfte und seit gut einem Jahr Mitglied bei den Grünen. Deren Programm passte bei den Themen Demokratie, Transparenz und Gleichstellung für sie am besten, erklärt die Kandidatin. Brückl hatte schon länger entschieden, sich für den kommenden Gemeinderat zu bewerben. Die Entscheidung, für das Bürgermeisteramt zu kandieren, habe sie „relativ spontan“ getroffen. Ihr Erfahrungsprofil passe, sie könne gut entscheiden, Menschen zuhören und sei unvoreingenommen. „Wenn das Bürgermeisteramt eine Stellenausschreibung wäre, hätte ich mich beworben“, sagt Brückl. Ob sie das Zeug dazu hat, das Amt auszuüben, werde bei den Gesprächen im Wahlkampf mal mehr, mal weniger offen gefragt. Dann verweist Brückl auf ihre berufliche Expertise und erklärt auch, wie sie als berufstätige Mutter mit der Unterstützung der Familie ihren Alltag regelt.

