In Starnberg, Gauting und Gilching gibt es einen zweiten Wahlgang. Gegen Starnbergs Amtsinhaber Patrick Janik (CSU/UWG) tritt Grünen-Kandidat Severin Kistner an. In Gauting liegen Maximilian Platzer (CSU) und Matthias Ilg (Grüne) vorn, in Gilching fällt die Entscheidung zwischen Stefan Siegl (FW) und Roland Schrafstetter (CSU).
In Starnberg dauerte es bis etwa 20.20 Uhr, ehe alle Stimmen zur Bürgermeisterwahl aus 20 Wahllokalen und 16 Briefwahlbezirken ausgezählt waren. Bereits vor Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses stand allerdings fest: Es wird bei sieben Bewerbern eine Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus geben. Die spannendste Frage des Abends lautete daher: Welcher Herausforderer wird in 14 Tagen gegen Amtsinhaber Patrick Janik (CSU, UWG) antreten?
Michael Landwehr (WPS) und Anke Henniger (FDP) waren Chancen auf das Spitzenduell um den Bürgermeisterposten eingeräumt worden. Landwehr erzielte 11,7 Prozent (1311 Stimmen), Henniger 9,4 Prozent (1055 Stimmen). Überraschend Zweiter aber wurde Severin Kistner (Grüne) mit 14,6 Prozent (1633 Stimmen) hinter Janik (43,6 Prozent/4888 Stimmen). Chancenlos die übrigen Kandidaten Eugen Stückle (BLS), Frank Hauser (SPD) und Ulrich Haase (AfD), die alle unter zehn Prozent blieben. Amtsinhaber Janik zeigte sich mit dem Ergebnis hochzufrieden, ebenso sein Herausforderer von den Grünen. Alles andere als glücklich war Eugen Stückl (4,7 Prozent/522 Stimmen), der sogar ein schlechteres Ergebnis als der AfD-Kandidat (6,9 Prozent/773 Stimmen) einfuhr.
Auch in Gauting: CSU und Grüne in der Stichwahl
Die Entscheidung über die Nachfolge von Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU) in Gauting ist noch offen. Der 38-jährige Diplom-Politikologe und Unternehmensberater Maximilian Platzer (CSU) tritt in einer Stichwahl gegen den 60-jährigen promovierten Physiker Matthias Ilg von den Grünen an. Die beiden weiteren Mitbewerber Harald Ruhbaum (Mifü) und Stefan Berchtold (MfG) sind aus dem Rennen. Insgesamt 16.218 Wahlberechtigten sind zur Teilnahme an der Stichwahl aufgerufen.

Platzer kam auf 47,7 Prozent und geht damit einem deutlichen Vorsprung in die zweite Runde. „Ich bin positiv überrascht. Das Ergebnis ist besser, als ich es für mich erwartet hatte“, sagte am Wahlabend. Dennoch meint er: „Jetzt ist alles wieder offen, die Karten werden neu gemischt.“ Bei der vorherigen Kommunalwahl im Jahr 2020 hatte es schon eine Stichwahl schwarz gegen grün mit einem sehr knappen Ergebnis gegeben. Kössinger kam da auf 50,5 Prozent. Platzer ist der Wunsch-Nachfolger von Amtsinhaberin Kössinger. Bei der Nominierungsversammlung im vergangenen April wurde er bereits wie ein Sieger gefeiert.
Platzer betont, dass die vier Kandidaten in Gauting einen sehr fairen Wahlkampf ohne persönliche Angriffe geführt hätten: „Wir haben Maßstäbe gesetzt, wie man politisch miteinander umgehen, und über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten kann.“
Dass es fair zuging, kann Konkurrent Ilg nur bestätigen. Schließlich sitzen alle vier Kandidaten im Gemeinderat, alle vier arbeiten zufällig im Rechnungsprüfungsausschuss zusammen. Ilg kam nur auf 28,1 Prozent, meint aber: „Es wird spannend. Wir werden alles geben.“ Wer in Gauting Fortschritt wolle, müsse ihn wählen.
Die SPD-Ära in Gilching ist beendet
Mit Steffi Weller (SPD) und Melanie Kude (Grüne) haben sich erstmals zwei Frauen um das Bürgermeisteramt in Gilching beworben und gehofft, in die Stichwahl zu kommen. Doch schon nach 15 von 45 Wahllokal-Ergebnissen zeichnete sich ab, dass die beiden Kandidatinnen wohl keine Chance mehr haben würden – während Stefan Siegl von den Freien Wählern immer lockerer wurde. Der 50-Jährige hielt bis zuletzt mit 33,2 Prozent der Stimmen den Vorsprung vor dem CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter, der 30,6 Prozent erreichte. Siegl wird jetzt gegen ihn in der Stichwahl antreten.

Dagegen erhielt Weller als Wunschkandidatin von SPD-Bürgermeister Manfred Walter nur 21,8 Prozent. Mit betretener Miene verfolgte sie die Entwicklung an der Leinwand im Rathaus, denn die 52-Jährige hatte sich mehr ausgerechnet, ebenso ihre Konkurrentin Kude, die mehr als 20 Prozent statt der 14,4 Prozent der Stimmen angepeilt hatte. „Ich bin traurig, nicht in die Stichwahl gekommen zu sein“, sagte Weller, während Kude sich zumindest auf eine gute Arbeit im künftigen Gemeinderat freut.
Siegl, der nach eigenen Angaben etwa 500 Haushalte im Wahlkampf aufgesucht hatte, sieht sich bestätigt. Jetzt wird es nochmals spannend. Denn Stichwahl-Kontrahent Schrafstetter kündigte bereits an, „alles dafür zu tun, in zwei Wochen zu gewinnen“. Siegl will bis zur Stichwahl „Vollgas geben und den Bürgern zeigen, dass er der Richtige ist“. Das Ergebnis vom Sonntag wertete er als erfreuliches Zwischenergebnis und bedankte sich bei seinen Wählern. Auf jeden Fall wolle er „Brücken bauen“ und weiter die Anliegen der Gilchinger ernst nehmen, erklärte Siegl.

