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Kommunalpolitik in Weßling:Zwei Grüne vertreten den Freien Wähler

Sebastian Grünwald und Petra Slawisch werden Zweiter und Dritter Bürgermeister in Weßling. Die CSU geht leer aus. In der konstituierenden Gemeinderatssitzung werden vier Ausschüsse besetzt und zwölf Referentenposten vergeben

Von Patrizia Steipe, Weßling

Einen Vorgeschmack auf die neuen Machtverhältnisse im Gemeinderat gab es bei der konstituierenden Sitzung. Nachdem die Weßlinger Grünen Michael Sturm (FW) bei der Stichwahl zum Bürgermeister unterstützt hatten, bekam nun der 28-jährige Sebastian Grünwald mit Unterstützung der Freien Wähler (sie haben sechs Sitze wie die Grünen) mit 15 von 21 Stimmen den Posten des Zweiten Bürgermeisters. Eineinhalb Tage in der Woche wird sich Grünwald für seine Aufgaben freihalten. Dafür gibt es 450 Euro Aufwandsentschädigung. Gerne hätte die fünfköpfige CSU-Fraktion wenigstens den dritten Bürgermeister gestellt. CSU-Ortsvorsitzende Christine Mörtl-Diemer hatte im ersten Wahlgang mit neun Stimmen die Mehrheit gegenüber der Grünen-Gemeinderätin Petra Slawisch (sechs Stimmen) und dem FW-Ortsvorsitzenden Rasso von Rebay (vier). Doch in der Stichwahl machte Slawisch mit elf gegen neun Stimmen das Rennen. 250 Euro beträgt ihre Aufwandsentschädigung. Ein schwacher Trost für Andreas Lechermann: Der einstige CSU-Bürgermeisterkandidat ist Stellvertreter, wenn die anderen Bürgermeister verhindert sind. Sturm hatte sich vom Gemeinderat eine Nebentätigkeit in seiner Firma von 6,5 Stunden in der Woche genehmigen lassen. Diese muss er allerdings außerhalb seiner Arbeitszeit ausüben und nicht mehr als 2500 Euro im Jahr dafür einnehmen.

Zuvor hatte Birka Camerer (Grüne), sie ist mit 67 Jahren das älteste Mitglied des Gremiums, den neuen Bürgermeister vereidigt. Die 23-jährige Medizinstudentin Lilly Reik (FW) ist das jüngste Gemeinderatsmitglied. Angesichts der kommenden Aufgaben haben die Gemeinderäte in intensiven Vorgesprächen ihre Satzung und Geschäftsordnung angepasst. Aufgaben sollen auf neue Ausschüsse verteilt werden, um Mammutsitzungen zu vermeiden, und es gibt neue Referenten.

Neben dem Bauausschuss wurden die beiden Ausschüsse für "Ortsentwicklung und Kommunalaufgaben" und für "Ortsgestaltung und Sicherheit" gebildet. Die Zuständigkeiten müssen allerdings noch genau definiert werden, damit es keine Überschneidungen gibt. Und im "Sonderausschuss" sollen "eindeutige" Themen behandelt werden. Das soll die Tagesordnung der Ratssitzungen verschlanken.

Zwölf Referentenposten wurden verteilt. Referent für "Umwelt und Natur" ist Peter Weiß, für "Klima und Energie" Sebastian Grünwald und für "Mobilität und Verkehr" Gerhard Hippmann. Um "Kinderbetreuung" kümmert sich Birka Camerer, Jugendreferent ist Rasso von Rebay, Sozialreferent Claus Angerbauer, und die Kulturreferentin heißt Brigitte Weiß. Für "Ortsbild und Ortsentwicklung" ist Petra Slawisch zuständig, Ansprechpartnerin für das Gewerbe ist Christina Mörtl-Diemer. Außerdem gibt es noch den Referenten für Liegenschaften, Christian Zoller und den Sportreferenten und Vereinsreferenten Lukas Erlacher und Martin Deuflhart.

Mit jeweils drei Mitgliedern von FW und Grüne, zwei von CSU und einem von der SPD besetzt sind die großen Gremien wie "Grundstücks- und Bauausschuss", "Haushalts- und Finanzausschuss", "Ausschuss für Umwelt, Klima, Energie und Mobilität", "Ortsentwicklung und Kommunalaufgaben", "Ausschuss für Kindertagesstätten und Bildung" und der "Sonderausschuss". Im Personalausschuss, dem Ausschuss für gemeindliches Leben und dem Rechnungsprüfungsausschuss sind sieben Gemeinderäte vertreten. Auch den Arbeitskreis "Ortsbild und Ortsentwicklung" soll es wieder geben. Dort sollen fünf unabhängige Berater aus dem Ort, die nicht dem Ratsgremium angehören, den Gemeinderat beraten. Bewerber werden noch gesucht.

Als letztes wurden die Posten in verschiedenen Zweckverbänden besetzt. Neben Bürgermeister Sturm wird Andreas Lechermann Vebandsrat im Verband Wohnen. Für den Amperverband sind Klaus Ebbinghaus und Peter Weiß zuständig, im Schulzweckverband Birka Camerer und Rasso von Rebay. Einziger Weßlinger ist Sturm im Kommunalunternehmen Wassergewinnung Vierseenland, im Immobilienverband Klinik Seefeld und in der Gwt Starnberg. Außerdem werden Klaus Ebbinghaus im Verein zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete und Sebastian Grünwald in der VHS die Interessen Weßlings vertreten.

© SZ vom 08.05.2020

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