Eine faire Zusammenarbeit hat sich Seefelds neuer Bürgermeister Klaus Kögel (CSU) in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats gewünscht. Was dann passiert ist, war alles andere als fair: Dass der Grüne Thomas Zimmermann den Posten des Zweiten Bürgermeisters "verdient" hat, ist angesichts seiner nur knappen Niederlage bei der Stichwahl durchaus nachvollziehbar. Dass die CSU den Dritten Bürgermeister mit Hans Dreyer stellt, dagegen nicht. Und dass nach jahrzehntelanger reiner Männerherrschaft an der Spitze der Gemeinde erneut keine Frau gewählt wurde, ist ein Armutszeugnis.
Nur zur Erinnerung: Die zerstrittene Seefelder CSU hat bei der Kommunalwahl drei Sitze eingebüßt und nur noch vier Vertreter im Gemeinderat. Stimmensieger mit großem Abstand wurde die Fraktion Grüne/BI, dicht gefolgt von der Freien Wählergemeinschaft (FWG). Beide haben nun je fünf Sitze. Doch die FWG ging bei der Besetzung der Bürgermeisterposten leer aus. Zimmermann und Dreyer wurden wohl mit den Stimmen von CSU, Grüne/BI und SPD gewählt. Josef Wastian und Petra Gum hatten keine Chance. Die selbe Mehrheit lehnte es ab, dass die Ein-Mann-Fraktion Oswald Gasser (FDP) weiter einen Sitz im Bauausschuss hat. Und dieses Bündnis verhinderte auch, dass die engagierte und besonnene Johanna Senft (BVS) Kinder- und Jugendreferentin bleibt und hievte stattdessen den Grünen Robert Benoist ins Amt - aus welchen Gründen auch immer. Nur zur Erinnerung: Senft kam bei der Gemeinderatswahl auf 2052 Stimmen und lag damit nur kann hinter Zimmermann, Benoist erhielt 1076 Stimmen.
Es sieht so aus, als könnten es die Grünen mit der CSU locker aufnehmen, wenn es um die Verteilung von Posten und Pöstchen geht. Mit dem im Wahlkampf von Grünen und CSU versprochenen "Brückenbauen" hatten diese Machtspielchen nichts zu tun.