Kommentar:Stimme der Vernunft

Im Landkreis Starnberg finden immer mehr Aktionen statt, die zu Solidarität und Wahrung der Demokratie aufrufen - und das ist auch gut so

Von Christian Deussing

Endlich formieren sich im Landkreis Bürger gegen selbsternannte Montagsspaziergänger, die sich in ihrer Freiheit bedroht fühlen. Gewiss sind diese Leute nicht gewaltbereit oder Neonazis, die wöchentlich ohne Anmeldung und Versammlungsleiter durch Starnberg, Gauting, Gilching und Herrsching marschieren und dabei die Behörden zum Narren halten. Aber viele der Teilnehmer wirken recht unwissend, erschreckend naiv und hängen zum Teil abstrusen Gedanken von Echokammern nach, die eine rationale Debatte über eine Impfpflicht und Schutz vor Covid-19 unmöglich erscheinen lassen. Das ist eine Eigendynamik, die gefährlich ist, zumal sie von demokratiefeindlichen Gruppen ausgenutzt werden kann.

Also ist es höchste Zeit, klare Kante zu zeigen und die Stimme der Vernunft zu erheben; nicht zaghaft, sondern laut und kontinuierlich. Das wäre eine positive Eigendynamik, die aber im Fünfseenland noch deutlich mehr an Fahrt gewinnen müsste. Immerhin wird die Bevölkerung nun in einer überparteilichen "Starnberger Erklärung" zu Solidarität und Wahrung der Demokratie in schweren Zeiten aufgerufen. Und in Tutzing haben Pfarrer Peter Brummer und Bürgermeisterin Marlene Greinwald mit einer Lichterkette ein leuchtendes Zeichen gegen Hass und für ein friedliches Miteinander gesetzt. Auch die Aktion der Grünen auf dem Gilchinger Marktplatz macht Hoffnung, dass den "Spaziergängern" auf der Straße offensiv entgegengewirkt wird.

Diese Aufklärung und Haltung sind wichtig. Das könnte denjenigen "Spaziergängern", die noch zu erreichen sind, auch klarmachen, dass sie sich in einer Sackgasse verlaufen haben.

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