Fünfzehn Millionen Euro. Wenn's gut geht. 15 Millionen Euro nur für die Sanierung einer Schule. Nicht, dass es die Schüler und Lehrer des Gymnasiums Tutzing nicht verdient hätten. Jeder Euro, der in Bildung gesteckt wird, ist ein guter Euro. Von einer Schule direkt am Starnberger See können viele nur träumen, ganz und gar nicht traumhaft sind allerdings zugige Fenster, undichte Dächer, herabgestürzte Balkonteile und herabfallende Putzbrocken, marode Duschen, Umkleiden und Sanitäranlagen und mangelnder Brandschutz.
Das alles ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Seit Jahrzehnten wird um das Gymnasium Tutzing gekämpft und gestritten. Es wurde an- und umgebaut, da ein bisschen renoviert, dort ein wenig poliert, alles nur Flickschusterei. Von Anfang an war die Schule eigentlich viel zu teuer für die kleine Gemeinde Tutzing als Träger. Schon 1964 konnte das Schulhaus nur erweitert werden, weil die Eltern der damals 400 Schüler 100 000 Mark spendeten. Seit Jahren jammert Tutzing, dass es kein Geld hat, große Gewerbebetriebe sind abgewandert oder haben geschlossen. Neues Gewerbe anzusiedeln, gelang lange Zeit nicht oder nur marginal. Was den finanziellen Spielraum angeht, ist Tutzing schon lange Schlusslicht im Landkreis.
Trotzdem beharrte die Gemeinde, allen voran die CSU, aus Prestigegründen und der Angst davor, ein wertvolles Grundstück zu verlieren, auf der Trägerschaft für das Gymnasium. Millionen von Euro wurden in den vergangenen Jahrzehnten in die Schule gesteckt, ohne dass es große Verbesserungen gegeben hätte. Ein Millionengrab. Schon vor 15 Jahren hatte Landrat Heinrich Frey der Gemeinde die Übernahme der Trägerschaft angeboten. Der Landkreis stand seinerzeit finanziell sehr gut da. Tutzing hätte sich viel Geld gespart, und die Sanierung der Schule wäre damals nicht so teuer gewesen wie heute. Vorausschauende Politik sieht anders aus.