KommentarDer richtige Schritt

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Ein Vorsitzender, der  in seinem Sportverein nicht die Corona-Regeln umsetzen will, sollte tatsächlich sein Amt räumen

Von Michael Berzl

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Täglich neue Negativ-Rekorde bei den Corona-Zahlen, noch nie dagewesene Ansteckungsraten und volle Intensivstationen in den Krankenhäusern. Und genau in dieser bisher dramatischsten Phase der Pandemie, teilt der Vorsitzende eines großen Sportvereins mit, dass er nicht mehr Ausführungsgehilfe der Politik und von Regierungsentscheidungen sein wolle und gibt nun sein Amt auf. Dass er diese Konsequenz zieht, ist gut so.

Von jedem Wirt wird erwartet, dass er sich an Gesetze hält und Verordnungen beachtet, selbst dann, wenn sie ihm Umsatzeinbußen einbringen und zusätzlichen Aufwand verursachen. Seit der erneuten Zuspitzung der Corona-Krise in diesem Herbst muss er wieder Gäste kontrollieren und mithelfen, dass Vorgaben eingehalten werden. Gastronomen müssen gerade einem kleinen Teil ihrer Gäste sogar den Zutritt zu ihrem Lokal verwehren. Täten sie das nicht, riskierten sie eine hohe Geldstrafe oder die Schließung. Sie müssen sich also - wenn man das so ausdrücken will - zu Erfüllungsgehilfen machen.

Dasselbe gilt in vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Etwa für Veranstalter in der Starnberger Schlossberghalle, im Gautinger Bosco oder für Kinobetreiber. Sie müssen Plätze frei lassen, zum Tragen von Masken ermahnen und nun eben auch Ungeimpften, die ein wesentlich größeres Infektionsrisiko für sich und andere haben, den Zutritt verwehren. Gerade verkünden zum Beispiel der Kunstkreis Buzentaur in Starnberg den Verzicht auf seine Mitgliederversammlung, die Evangelische Kirchengemeinde in Gilching die Absage des geplanten Repair-Cafés. Vorsichtshalber, wegen der aktuellen Lage.

Es mag unangenehm sein für einen Vereinsverantwortlichen, Mitglieder zu kontrollieren, einem Sportler, der sich gegen eine Impfung und damit über kurz oder lang für eine Infektion entschieden hat, die Teilnahme am Training zu verwehren. Wer sich dieser Aufgabe nicht stellen will, sollte tatsächlich sein Amt räumen. Vorstandskollegen haben schon angekündigt, dass der Verein die Corona-Regeln einhalten werde. Das ist beruhigend für die Mitglieder.

© SZ vom 22.11.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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