Neue Wohnungen für bis zu 500 Menschen, vielleicht sogar für mehr. Ein Teil davon öffentlich gefördert und daher günstiger zu mieten als sonst am Markt üblich. Und integriert ein Lebensmittelgeschäft. Was wie eine gute Nachricht klingt, löst in Gauting, wo ein Neubaugebiet auf einer zu großen Teilen freien Fläche geplant ist, vor allem Bedenken aus: Was die Nachbarn sagen werden, wie viel Verkehr dadurch entsteht und was die Kindergartenplätze wohl kosten, die nötig sind, wenn sich Familien dort ansiedeln. Zu viel Wohnfläche, zu viele Menschen, zu viele Belastungen ist der Tenor der Kritik. Nun soll abgespeckt werden auf dem "Patchway-Anger", wenn es nach dem Willen eines Fünf-Fraktionen-Bündnisses geht: weniger Wohnfläche, kein Supermarkt.
Es gehört schon fast zu den Gepflogenheiten von solchen Anträgen zu größeren Bauvorhaben, dass die Verfasser beteuern, sie wollten das Projekt keinesfalls verhindern, sondern lediglich verbessern, anpassen, variieren. Das ändert nichts an den tatsächlichen Auswirkungen. Wenn eine Mehrheit im Gautinger Gemeinderat sich in knapp zwei Wochen für einen Patchway-Anger light entscheidet, hat das eben nicht zur Folge, dass dann wie von ihnen gewünscht ein Wohnquartier mit etwas weniger massiven Bauten, mit kleinen Läden und mit mehr Kindergarten kommt. Die Folge wäre zunächst nur, dass das vorliegende Konzept nicht verwirklicht wird.
So weit ist es noch nicht. Die jetzige Ausgangslage erinnert an den Streit um den neuen Gebäudekomplex mit Läden und etwa 60 Wohnungen an der Bahnhofstraße. Zu hoch, zu viel, zu massiv erschien auch jener Neubau den Kritikern. Die Gautinger jedoch haben sich vor zweieinhalb Jahren in einem Bürgerentscheid mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen. Der Rohbau wächst dort nun in die Höhe.