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Kolumne:Die Qual der Wahl

Für manche ist es nicht einfach, die richtige Entscheidung am 15. März zu treffen. Deshalb entwickeln manche Familienmitglieder ganz besondere Methoden

 von Eurem Nepomuk

Ach, was soll ich Euch sagen: Kaum ist Silvester vorbei, blicken alle nach vorn. Vor allem die Kommunalpolitiker. Die warten schon sehnsüchtig darauf, am 15. März die Wahlen zu gewinnen. Nur wie? So klar ist das im Landkreis Starnberg nicht. Denn bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, die Energiewende doch noch zu bewältigen oder die Bienen zu retten - das schreiben sich doch alle irgendwie auf ihre Fahnen. Wie soll denn der Wähler da noch die richtige Entscheidung treffen?

Für meine Tante Isabel ist das einfach: Sie lebt in den unzähligen Stauseen Spaniens und findet Premier Pedro Sánchez toll, weil er ein "Guapo" ist. Das heißt: Sie findet ihn attraktiv. Meine Tante Sisi, in der Donau zuhause, bislang recht vernünftig, argumentiert ähnlich: Sie sagt, der Sebastian Kurz sei zwar ein Chamäleon in der Politik, aber das sei egal. Warum? Weil der "Basti", sagt sie, "ein ganz Fescher ist." Und was Tante Natalie von der Seine über Macron sagt? Das mag ich gar nicht wiederholen. Ihr Mann Jean ist da zum Glück anders. Der sagt, Politiker müssten nicht schön, sondern kompetent sein. Genau, ganz meine Meinung.

Doch neulich, beim Familientreffen an Weihnachten, war ich platt. Da schwärmte er glatt von Katharina Schulze. "Tres jolie", sagte er, "so was bräuchtet Ihr im Landkreis Starnberg auch mal". Unverschämt, oder? Ich hab' ihm gleich gesagt, dass sie aus Herrsching kommt. Und dass es bei uns auch attraktive Politiker gibt. Man denke einfach mal an Altlandrat Heinrich Frey, den fanden alle meine Tanten toll. Auch Landrat Karl Roth nannten sie "sehr charmant". Und wenn man mich ganz persönlich fragt: Ich find' ja die Britta toll. Also die Hundesrügge. Eine wirklich schöne Frau. Und derzeit so oft zu sehen. Eine Veranstaltung nach der anderen macht die Kreis-FDP, grad so, als ob es keine anderen Parteien mehr im Kreis gäb'. Doch die Britta will gar nicht Landrätin werden, das will bloß Cedric Muth. Wobei: Schlecht schaut der nicht aus, oder? Doch bevor ich mich da festleg', frag ich erst mal meine Nepomuka. Und dann mal schauen, wer am Ende gewinnt. So macht es jetzt

© SZ vom 04.01.2020
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