KnochenmarkspendeHoffnung für Peter Bulla

Lesezeit: 2 Min.

Ist nun ein passender Knochenmarkspender gefunden? Die Aussage einer zweiten Organisation, die auf der Suche nach einem Spender ist, sorgt für Verwirrung.

Monika Maier-Albang

Wenn es stimmt, dann ist es weit mehr als ein Sechser im Lotto, und die Angehörigen von Peter Bulla wie auch der Patient selbst werden ihr Glück wohl erst mit der Zeit fassen können. Der gebürtige Starnberger Peter Bulla, der in München lebt, ist an Leukämie erkrankt. Seit 8. November lebt der Architekt mit dieser Diagnose, derzeit muss er sich im Klinikum Großhadern einer Chemotherapie unterziehen. Nun gibt es möglicherweise Hoffnung für den 32-jährigen Familienvater.

Ist nun ein passender Spender für Peter Bulla gefunde?
Ist nun ein passender Spender für Peter Bulla gefunde? (Foto: ddp)

Die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern hatte am Dienstag im Raum Starnberg bekanntgegeben, dass über ein ihr angegliedertes Suchzentrum ein Spender gefunden worden sei. Zu diesem bestehe bereits Kontakt, und er habe bestätigt, für die Stammzellenspende zur Verfügung zu stehen, sagt Verena Spitzer von der Stiftung, die ihren Sitz in Gauting hat. Die Stiftung hatte am 15. Januar in Starnberg eine sogenannte Typisierungsaktion durchgeführt, der sich auch ein Teil der in Starnberg lebenden Familie Peter Bullas angeschlossen hatte. 1076 Menschen waren gekommen, um sich als Spender zur Verfügung zu stellen und sich Blut abnehmen zu lassen. Die Daten sind noch nicht ausgewertet.

Auch in München soll am 6. Februar für Peter Bulla eine Typisierungsaktion stattfinden - allerdings von einer konkurrierenden Organisation, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die DKMS hatte ihre Aktion in München vor zwei Wochen beworben, im Beisein der Schwester und der Mutter Peter Bullas. Dass zwei Organisationen beteiligt sind, sorgt nun für Verwirrung.

Er könne die Nachricht, dass ein Spender für Peter Bulla gefunden wurde, nicht bestätigen, sagt Alessandro Hämmerle von der DKMS. Und auch der Patient habe dazu noch keine gesicherten Informationen. "Er hatte eine vage Andeutung, dass es gut aussieht", sagt Hämmerle. Ein Gespräch mit den Ärzten sei jedoch erst für Anfang kommender Woche vorgesehen.

Auch die Familie von Peter Bulla ist verärgert über das Vorgehen der Gautinger Stiftung. Diese habe, so sagt Peter Bullas Schwester Katharina Bulla, ohne das Einverständnis der Familie die Neuigkeit verbreitet. Die Stiftung sieht darin kein Problem: "Für uns ist das Kriterium, dass der Patient über die erfolgreiche Suche informiert wurde", so Spitzer.

Katharina Bulla indes hält es noch nicht für "hundert Prozent sicher, dass für Peter ein Spender gefunden wurde". Noch stünden einige Tests aus. Die Suche laufe deshalb unverändert weiter.Auch die DKMS will an ihrer Münchner Typisierungsaktion festhalten - selbst wenn bis Februar feststehen sollte, dass der Spender für Peter Bulla tatsächlich passt. Schließlich könne durch die Aktion auch anderen Menschen geholfen werden, sagt Hämmerle.

Die Typisierungsaktion findet statt am 6. Februar zwischen 10 und 16 Uhr in der Turnhalle des Theresien-Gymnasiums (Kaiser-Ludwig-Platz 3). Da die Analyse jeder Blutprobe 50 Euro kostet, hat die DKMS ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem schon 4200 Euro eingegangen sind. "Hilfe für Peter und andere", heißt die Aktion - nun liegt das Gewicht wohl auf den anderen.

© SZ vom 28.01.2011 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: