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Klimawandel:Waldbesitzer wollen mehr Mischwälder

Eine Mischung aus Laub- und Nadelgehölzen wie hier in Inning am Ammersee an der Etterschlagerstraße soll auch den Borkenkäfer in Schach halten.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die 2500 Waldbesitzer im Landkreis Starnberg müssen ihren Bestand vor Schädlingen und Stürmen sichern. Deshalb wollen sie möglichst viele Flächen in stabile Mischwälder umwandeln.

Die Borkenkäfer-Plage, Sturmschäden und der Klimawandel stellen die Waldbauern auch in der Starnberger Region vor große Herausforderungen. Man müsse "klimatolerante Misch- und Laubwälder schaffen" und vor allem von Käfern befallene Bäume fällen und rechtzeitig aus den Wäldern holen, erklärte Markus Hildebrandt, Bereichsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim in Drößling bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Starnberg. Hierbei wurden der Vorsitzende Martin Fink aus Geisenbrunn und sein Vorstand für fünf weitere Jahre in geheimer Wahl bestätigt.

Forstdirektor Hildebrandt verwies darauf, wie wichtig es sei, den Borkenkäfer zeitig zu erkennen und wirksam zu bekämpfen. Denn auch heuer sei durch eine hohe Population dieses Schädlings eine "hohe Gefährdungslage" in den Beständen zu erwarten. Die Reviere müssten zudem verjüngt und die "Verbissintensität" genau beobachtet werden, betonte der Experte. Zudem würden bis spätestens Juli die Ergebnis des forstlichen Gutachtens vorliegen, das für Strategien und die richtige Pflege in den Wäldern hilfreich sei. Es geht unter anderem um die Größe von notwendigen "Verjüngungsflächen" sowie um "Verbissart- und intensität" an jeweiligen Baumgruppen, erläuterte Hildebrandt.

Dessen Chef und Amtsleiter Stefan Gabler hob auch die "große wirtschaftliche Bedeutung des Waldes" hervor, der von den Besitzern, Förstern und Jägerschaft "gemeinsam und nicht in Konfrontation" stabilisiert werden müsse. Dieses Ziel verfolgt auch der WBV-Vorsitzende Fink und fordert hierzu, ausreichend unterstützt zu werden. "Denn wir sitzen in einem Boot."

Der Borkenkäfer ist ein Nutznießer abgestorbener Bäume und von Totholz, besondern nach verheerenden Stürmen, die ihre Schneisen geschlagen haben. Deshalb sei es geboten, standortgemäß aufzuforsten und regelmäßige Kontrollen vorzunehmen, hieß es in der Versammlung. Gekommen war auch die CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig aus Feldafing. Sie verwies auf die "Waldumbauoffensive" des Freistaats: 200 Millionen Euro würden investiert, um bis 2030 möglicht viele Flächen in "stabile Mischwälder umzuwandeln". Dies sei wichtig, weil weit mehr als die Hälfte der Wälder in Bayern aus Nadelhölzern wie Fichten und Kiefern bestünden und vor allem "Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall" mittlerweile zu einem größeren Problem geworden seien. Dagegen gebe es immer weniger Buchen und Eichen, berichtete die Politikerin. Eiling-Hütig betonte, wie wichtig die Pflege des Waldes sei und empfahl den Besitzern, sich auch amtlich beraten zu lassen.

Erfreulich scheint sich für die Waldbesitzer in der Region der Holzmarkt zu entwickeln. Laut Geschäftsbericht von 2017 stieg die Verkaufsmenge um 20 Prozent bei einem Netto-Umsatz von vier Millionen Euro. Zudem sind die Holzpreise stabil und wieder leicht angestiegen. Derzeit sind in der Waldbesitzervereinigung 886 Mitglieder organisiert, denen 7656 Hektar Fläche gehören. Geschätzt gibt es im Landkreis Starnberg etwa 2500 Waldbesitzer. Fink hofft, künftig noch mehr von ihnen für den Verein zu gewinnen, um sie auch für Schulungen und Beratungen einzubinden und die WBV zu verstärken. Denn besonders die Waldumbauoffensive werde die Vereinigung noch "sehr beschäftigen", erklärte Fink, der zudem Gemeinderat und Starnberger Kreisrat ist.

Er verwies überdies auf das Problem, dass bei öffentlich ausgezeichneten Waldwanderwegen noch nicht geklärt sei, wer für die "Verkehrssicherheit zuständig ist". Das habe er im Umweltausschuss des Kreistages bereits angesprochen, so Fink.