Klimawandel:Ein März mit Aprilwetter

Wieder war der zurückliegende Monat deutlich wärmer und trockener als erwartet

Von Armin greune, Hohenpeißenberg

Auch wenn das Wetter häufiger wechselte: Der März 2019 hat sich im Alpenvorland überwiegend von seiner freundlichen Seite gezeigt. Mit einer Durchschnittstemperatur von 4,7 Grad lag er um 3,1 Grad über dem langjährigen Märzmittel; die Niederschlagssumme von 37,6 Liter pro Quadratmeter (rechnerisch also Millimeter) erreichte nur 58 Prozent des statistisch zu erwartenden Werts. Und auch die Sonne zeigte sich im ersten Frühjahrsmonat häufiger als gewohnt: Mit 172 Stunden wurde der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 um 26 Prozent übertroffen.

Der vergangene Monat brachte eigentlich klassisches Aprilwetter: "Warme Perioden wechselten mit Kaltlufteinbrüchen ab, Sonnenschein mit Regen-, Graupel- und Schneeschauern", sagt Stefan Schwarzer vom Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg. Nach einer relativ warmen ersten Dekade kam es am 11. März zu einem Temperatursturz, begleitet von starken Stürmen. Vom 19. März an baute sich ein Hochdruckgebiet mit beständigerem Wetter auf, die Monatshöchsttemperatur wurde auf dem Hohen Peißenberg mit 17,4 Grad am 24. März gemessen.

Diese Werte des Deutschen Wetterdienstes belegen einmal mehr die globale Erwärmung der Erdatmosphäre, die sich auch lokal im Alpenvorland vollzieht. Auf der fast 1000 Meter hoch gelegenen, ältesten Bergwetterwarte der Welt kann man auf Messreihen zurückgreifen, die bis zu 238 Jahre umfassen. Ihnen zufolge fielen die vier heißesten Jahre seit 1781 alle in den Zeitraum 2011 bis 2018. So eine breite Datenbasis wie den Meteorologen vom Hohen Peißenberg steht dem Landesamt für Landwirtschaft nicht zur Verfügung. Es betreibt unter anderem in Rothenfeld bei Andechs und auf Gut Hüll agrarmeteorologische Beobachtungsstationen. Für den vergangenen Monat wurde in Rothenfeld auf 690 Meter Meereshöhe eine Mitteltemperatur von 5,8 Grad registriert, 2,8 Grad mehr als im langjährigen Vergleich, der hier allerdings in der benachbarten Station in Attenkam berechnet wurde. In Rothenfeld fielen im März 32 Millimeter Niederschlag, 56 Prozent des statistisch zu erwartenden Werts. In Gut Hüll, 590 Meter über dem Meeresspiegel, war es mit einer Mitteltemperatur von 6,4 Grad und einer Niederschlagssumme von 49 Millimetern wärmer und feuchter.

© SZ vom 03.04.2019
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