Die „Ammerseerenade“ startet in die zwölfte Runde - und das jährliche Klassikfestival rund um den Ammersee hat eine neue künstlerische Leitung gefunden. Die renommierten Münchner Musiker Alexandra und Kirill Troussov haben für die Woche von 13. bis 20. September ein ebenso vielseitiges wie anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
Seit vielen Jahren nimmt das Geschwisterpaar an der Konzertreihe teil: „Was dieses Festival so besonders macht, ist die enge Verbindung von Musik, Landschaft und Atmosphäre“, sagt Kirill Troussov, der heuer auch zum Professor für Violine an die Musikhochschule München berufen wurde. Die Pianistin Alexandra Troussova kam wie ihr Bruder in Sankt Petersburg zur Welt und 1990 nach Deutschland. Sie will die Ammerseerenade für ein breiteres Publikum öffnen: „mit neuen Impulsen und einem durchaus jüngeren Publikumskreis, insbesondere auch aus München“.
Die beiden Klassik-Stars sind mit dem Cellisten Benedict Kloeckner am Samstag, 13. September, im Gala-Eröffnungskonzert im Andechser Florian-Stadl zu hören. Sie interpretieren unter anderem Werke von Tschaikowski, Liszt und Chopin. Am folgenden Sonntag tragen Kloeckner, Erik Schumann (Violine) und Razvan Popovici (Bratsche) klassische Streichtrios in der Kulturkirche Breitbrunn vor.
Am Dienstag erklingen im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching Klavierquartette von Mozart und Dvořák; Schumann und Popovici begleiten den Pianisten Antti Siirala und Wen-Sinn Yang am Cello. Ein Konzert für die ganze Familie mit fünf jungen Musikern steht am Mittwoch, 17. September, im Otto-Hellmeier-Kulturhaus in Raisting auf dem Programm. Das traditionelle „Schweinsbratenkonzert“ findet tags darauf im Gasthof Hartl in Türkenfeld statt, ist aber bereits ausverkauft.
Als krönender Abschluss ist am 20. September das mittlerweile siebte „Liberation Concert“ in der Klosterkirche Sankt Ottilien vorgesehen: 80 Jahre nach dem legendären Befreiungskonzert, das dort Holocaust-Überlebende kurz nach Kriegsende aufführten, musizieren Troussov und Troussova mit Münchner Symphonikern unter Leitung von Joseph Bastian. Neben Mendelssohns Doppelkonzert für Violine und Klavier in d-moll stehen dann Mozarts Jupiter-Symfonie und die Ouvertüre zu „Don Giovanni“ auf dem Programm.
Wie stets seit 2015 ist der Ammerseerenade am letzten Augustsonntag der „Tag der offenen Haus- und Hofkapellen“ vorangestellt. Von 11 bis 17.30 Uhr finden im Raum von Sankt Ottilien bis Raisting und von Unterfinning bis Herrsching 24 kleine Konzerte in meist privaten Andachtsstätten statt, die sonst kaum öffentlich zugänglich sind. Die Veranstalter haben dazu vier (Fahrrad-)Touren zusammengestellt, die im Internet unter www.ammerseerenade.de einzusehen sind.
Um individuelle Routen zu planen, liegen Booklets mit den Spielorten und -terminen in den Kapellen auf. Die musikalischen Genres der etwa halbstündigen Auftritte umfassen Stubnmusi, Tango, Chanson, Pop, Weltmusik, Opernarien und Klassik; unter anderem kommen Harfen, Alphörner, Mandolinen, Akkordeons und ein Dudelsack zum Einsatz. Der Eintritt ist frei, als neue Schirmherrin wird Sophie-Alexandra Prinzessin von Bayern zu vier der Kapellenkonzerte erwartet.

