Kinotipps Sehenswerte Filme

Liebe, Apartheid und Che Guevara

Südfrankreich während der 40er-Jahre: Die Liebe gilt als Illusion, Ehen werden eher zur Absicherung geschlossen und nicht aus Zuneigung. Doch die junge frühreife Gabrielle (Marion Cotillard) träumt von der vollkommenen Liebe. Ihre Eltern verheiraten sie aber mit dem spanischen Saisonarbeiter José (Alex Brendemühl). Gabrielle fühlt sich wie lebendig begraben. Als sie wegen ihrer schlechten Gesundheit in ein Sanatorium in den Alpen geschickt wird, verliebt sie sich dort in den kriegsverwundeten André Sauvage (Louis Garrel). Nach Jahren in einer falschen Ehe scheint ihr etwas Glück vergönnt zu sein, sie bekommt einen Sohn. Das Melodram Die Frau im Mond (Mal de pierres) von Nicole Garcia scheint aus der Zeit gefallen, erinnert aber an gar nicht so lang zurückliegende Epochen, als Träume von erfüllter Sexualität noch Anstoß erregten. In Gauting, Sonntag 11 Uhr.

Botswana, Ende der 40er-Jahre: Prinz Seretse Khama (David Oyelowo), Stammesführer des im Süden Afrikas gelegenen Bechuanalands - heute Botswana, damals britisches Protektorat - verliebt sich auf einer Englandreise in eine weiße Frau, die Londoner Büroangestellte Ruth Williams (Rosamund Pike). Aus der anfänglichen Romanze entwickeln sich Heiratspläne, was in der jeweiligen Heimat der Liebenden für Aufruhr sorgt. Doch die beiden stellen sich gegen den Willen ihrer Familien, des britischen Empire, der afrikanischen Obrigkeit und gegen die Politik der Apartheid. Das Drama A United Kingdom von Amma Asante basiert auf einer wahren Geschichte. Prinz Khama muss sechs Jahre im Exil in London verbringen, weil es ihm verboten ist, wieder nach Bechuanaland zurückzukehren. Als Botswana 1966 unabhängig wird, wird Seretse Khama der erste Staatspräsident. In Stegen, Freitag, 24. März, 20 Uhr, als Preview vor dem Bundesstart.

Anfang der 60er-Jahre in Genf: Der junge Schweizer Soziologe Jean Ziegler begegnet Che Guevara bei einer internationalen Konferenz. Er ist begeistert und will mit ihm aufbrechen, doch Che überzeugt ihn, in Europa zu bleiben, um hier gegen den "Kopf des kapitalistischen Monsters" zu kämpfen. Das tut der 82-Jährige bis heute. Er gibt keine Ruhe, um in Büchern und Vorträgen die Macht der Manager des Finanzkapitals und deren Verantwortung für den Hunger in der Welt anzuprangern. Der Dokumentarfilm Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens von Nicolas Wadimoff läuft als Preview in Seefeld.