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Kindertagesstätte:Ende des Provisoriums

Gilchinger "Schatzkiste" bekommt neue Bleibe

Von Christian Deussing, Gilching

Die BRK-Kindertagesstätte "Schatzkiste" an der Festwiese in Gilching soll eine neue Heimat finden und mittelfristig an den Rand des neuen Gewerbegebietes A 96 Nord in Argelsried verlegt werden. Das hat der Gilchinger Gemeinderat einstimmig entschieden. Bürgermeister Manfred Walter (SPD) begründete den geplanten Umzug in der Sitzung damit, dass die alte Containeranlage an der Rudolf-Diesel-Straße nicht mehr für die Unterbringung der Kinder geeignet sei.

Denn in der Vergangenheit habe es Wassereinbrüche durch ein undichtes Dach und immer wieder kostspielige Reparaturen gegeben. Dazu kämen enorme Heizkosten, die Bauphysik des provorischen Gebäudes sei unwirtschaftlich und erfordere eine dauerhafte und andere Lösung, erklärte der Rathauschef. Ihm zufolge ist überdies das gesamte Interieur kaum noch zu gebrauchen.

Die Kita soll nun in Fertigbauweise - mit einer geschätzten Lebensdauer von etwa 30 Jahren - auf einem Areal errichtet werden, das ursprünglich für eine Wohnbebauung vorgesehen worden war. Zum Teil könne das Grundstück auch für Parkplätze und als Spielfläche genutzt werden, sagte Bürgermeister Walter. In einem Vorgespräch hätten Vertreter des Starnberger Landratsamtes den künftigen Standort für die "Schatzkiste" bereits als geeignet angesehen.

Die Gemeinde hilft außerdem dem in finanzielle Not geratenen BIV-Kindergarten in der Melchior-Fanger-Straße. Es wurde einstimmig beschlossen, der "Bürgerinitiative-Vorschulbetreuung" als freiem Träger der Kita einen Zuschuss von 121 000 Euro zu gewähren. Damit wird der jährliche Defizitausgleich der Personalkosten in dieser Einrichtung rückwirkend von 85 auf 100 Prozent erhöht, um den Verein zu unterstützen. Denn ansonsten seien dieser Kindergarten und die Krippe nicht mehr in der Lage, sich "langfristig über Wasser zu halten", wie Kämmerer Andreas Spörl in der Sitzung betonte.

Ihren Hilfsantrag hatte die BIV-Geschäftsleitung jetzt damit begründet, dass dem Kita-Betreiber immer mehr Pflichten abverlangt und Aufgaben zugeteilt würden. Dafür fehlten aber die finanziellen Mittel. Es müsse in die technische Ausstattung und die Arbeitssicherheit investiert werden, außerdem seien Versicherungen zu bezahlen. Zudem seien die Hygienekosten wegen der Corona-Krise extrem gestiegen, heißt es weiter in dem Antrag. Darin wird auch versichert: Obwohl die Initiative seit 19 Jahren sparsam wirtschafte, sei die Kita nun trotzdem in "großer finanzieller Not".

© SZ vom 28.07.2020

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