Die Gemeinde Berg ist in einem Dilemma: Seit die Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr 2022/23 vorliegen, ist klar, dass die vorhandenen Kindergarten- und Krippenplätze hinten und vorne nicht ausreichen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Es fehlen derzeit 13 Kindergarten- und 22 Krippenplätze. "Das ist mehr, als wir erwartet haben", sagte Bürgermeister Rupert Steigenberger (BG) zur SZ.
Zu der problematischen Situation trägt in der Gemeinde vor allem die prekäre Lage in Aufkirchen bei. Im katholischen Kindergarten dort ist nämlich seit geraumer Zeit die komplette dritte Gruppe geschlossen. Das heißt, es fallen 25 Betreuungsplätze weg, obwohl die Räumlichkeiten dafür vorhanden wären. Ähnlich stellt sich die Situation auch im katholischen Kindergarten St. Christophorus in Percha dar. Hier sucht man händeringend nach Erziehern, Kinderpflegern, Praktikanten und Auszubildenden, wie ein großes Plakat an der Durchgangsstraße in Richtung Starnberg beweist. Die Kindergärten Percha und Aufkirchen bilden einen Verbund in Pfarrverband. Für Steigenberger gibt es "viele Gründe, warum sich die katholische Kirche besonders schwer tut, Personal zu finden".
Ebenso schwierig ist die Lage bei den Krippenplätzen. Dabei wurden in Berg erst kürzlich neue Plätze für unter Dreijährige geschaffen: zwölf davon in Biberkor und zehn in einer Großtagespflege in der Berger Postgasse. 16 weitere sollen jetzt in einem Waldkindergarten entstehen. Doch es reicht bei weitem nicht.
Hinzu kommt laut Steigenberger, dass in Berg derzeit viel privat gebaut wird - in der Hauptsache Einfamilien- und Doppelhäuser. Der Rathauschef rechnet darum mit regem Zuzug von Familien mit Kindern. In der Rechnung auch noch nicht berücksichtigt sind die Kinder der ukrainischen Flüchtlinge, die derzeit in Berg leben. Von den 79 registrierten Menschen sind 36 Kinder und Jugendliche - von ihnen befinden sich vier im Kindergarten- und weitere vier im Krippenalter.
Auf einen Nenner gebracht heißt das im Fall von Berg: Es fehlen die räumlichen Möglichkeiten für weitere Krippenplätze, und bei den Kindergärten wären zwar die Räume vorhanden, nicht aber das Personal. Auch über Containerlösungen wird darum nachgedacht. "Wir bemühen uns nach Kräften, Lösungen zu finden", sagt der Rathauschef. "Aber bis zum Herbst werden wir das wahrscheinlich nicht gebacken bekommen." Im Gespräch mit der SZ lobte Steigenberger deshalb eine Prämie für diejenigen aus, die qualifiziertes Personal vermitteln können: Pro Erzieher gibt es 300 Euro.

