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Kinderbetreuung:Die Minikäfer

Berg: Eröffnung Kindertagespflege Glückskäfer

Die Leiterin der Großtagespflege in Berg, Adelina Zuka (Mitte), mit ihren Mitarbeiterinnen Jeannette Theil (links) und Alessandra Nebhuth.

(Foto: Nila Thiel)

In Berg eröffnet eine Großtagespflege mit zehn Plätzen für Kinder unter drei Jahren

Von Sabine Bader, Berg

Adelina Zuka scheint ein besonderes gutes Verhältnis zu Käfern zu haben. Warum hätte sie sonst ihre beiden Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder in Germering und Berg "Sonnenkäfer" und "Glückskäfer" genannt? Aber das ist natürlich nur eine Vermutung. Sicher ist allerdings: Wer die neue Großtagespflege "Glückskäfer" in Berg betritt, der ist angetan von den freundlichen, hellen Räumen und dem großen Garten. Auf die Fensterfront nach Süden ist Wiese gemalt, in der es - wie sollte es anderes sein - von Marienkäfern nur so wimmelt. Im Schlafzimmer mit den kleinen blauen Sternchen an den Wänden, in dem die Kinder Mittagsschlaf machen, stehen zehn Reisebettchen. Die größeren Kinder können, wenn sie ausgeschlafen haben, selbst per Reißverschluss aussteigen. Am Donnerstagnachmittag sind die frisch renovierten Räume der Presse vorgestellt worden.

Die neue Einrichtung in der Berger Postgasse hat bereits seit 1. Februar geöffnet - derzeit allerdings coronabedingt erst einmal im Notbetrieb mit zwei Kleinkindern. Sie befinden sich gerade in der Eingewöhnungsphase. Mitte Februar sollen dann zwei weitere Kinder folgen. Insgesamt darf die Einrichtung zehn Kinder unter drei Jahren aufnehmen, fünf sind bislang angemeldet, erzählt Leiterin Zuka. Fünf weitere Plätze können, wenn wieder Normalbetrieb möglich ist, noch besetzt werden. "Ich habe bisher keine Werbung für meine Einrichtung gemacht, das ist in der Krise schwierig", sagt die 37-Jährige im Gespräch mit der SZ. "Ich denke auch, dass die Eltern jetzt vorsichtig mit Entscheidungen sind und erst einmal abwarten, wie es in der Corona-Krise weiter geht."

Zuka, die selbst Mutter einer achtjährigen Tochter ist, lebt mit ihrer Familie in Germering. Sie ist nach eigenen Angaben gelernte Kinderpflegerin und hat eine Weiterbildung zur Tagespflegeperson absolviert. In Germering betreibt sie bereits seit September 2018 die Großtagespflege, die "Sonnenkäfer". Unter der Bezeichnung "Großtagespflege" versteht man übrigens die gemeinsame Betreuung von mehr als fünf Kindern durch zwei oder mehr Erzieher oder Kinderpfleger. Sowohl in Germering als auch in Berg hat Zuka weitere Angestellte. In der Berger Einrichtung sind es die Erzieherin Alessandra Nebhuth und die Kinderpflegerin Jeannette Theil. Das Mittagessen der Großtagespflege werde von einem Caterer geliefert, so Zuka.

Das Gebäude in der Berger Postgasse gehört der Gemeinde. Sie hat die 94 Quadratmeter große Parterre-Wohnung für die Großtagespflege im vergangenen Jahr kernsanieren lassen. Unter anderem musste eine Wand entfernt und das Kinderbad neu gestaltet werden. Kostenpunkt laut Rathauschef Rupert Steigenberger: rund 85 000 Euro, zuzüglich der 50 000 Euro für das Befestigen aller sieben Stellplätze des Hauses. Denn neben der neuen Einrichtung befinden sich noch drei Wohnungen.

Übrigens: Bekanntlich hatte sich Adelina Zuka dazu bereit erklärt, in ihrer Großtagespflege auch diejenigen Kinder unter drei Jahren aufzunehmen, die jetzt im katholischen Kindergarten Aufkirchen betreut werden. Denn der Kindergarten dort leidet unter akuter Personalnot. Bekanntlich hatte darum dort eine Gruppe schließen müssen. Bisher seien allerdings keine Anfragen von Eltern gekommen, sagte Zuka. Die infrage kommenden Kinder seien alle Geschwister, die bei ihren älteren Geschwistern bleiben wollen, erläutert Steigenberger. "Das entspannt die Situation in Aufkirchen nicht."

© SZ vom 12.02.2021
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