Jubiläum Hüter des Juwels

Nach historischen Vorbildern hat der Förderkreis viele Objekte nachbilden lassen. Dem Kreis stehen Marie von Miller-Moll und Hermann Köster vor.

(Foto: Nila Thiel)

Förderverein Roseninsel wird 20 Jahre alt

Von Otto Fritscher, Feldafing

Sie ist ein Kleinod im Starnberger See: die Roseninsel. Jahrzehntelang dämmerten die Insel und das darauf befindliche Casino aber im Dornröschenschlaf, bis der Freistaat das Casino von Grund auf renovierte und die Parkanlagen mit dem historischen Rosengarten wieder herrichtete. Etwa 30 000 Gäste besuchen die Roseninsel jährlich in der Saison von Mai bis Oktober, sie werden vom Fährmann vom Rondell im Feldafinger Lennepark die wenigen hundert Meter zur Insel hinübergefahren.

Doch wäre das Eiland heute nicht im historischen Zustand zu bewundern, wenn es nicht private Liebhaber gäbe, die sich mit viel Mühe über Jahrzehnte für Wiederherstellung und Erhaltung von Park und Casino eingesetzt haben. Der Förderkreis Roseninsel besteht heuer seit genau 20 Jahren - und es ist eine lange Liste von Projekten, die der Verein mit derzeit rund 250 Mitgliedern in Angriff genommen, aber auch verwirklich hat. "Unser vorrangiges Ziel ist es, die herausragende kultur- und architekturhistorische Bedeutung der Anlage im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und das Ensemble durch historische Objekte zu ergänzen und zu vervollständigen", sagt der langjährige zweite Vereinsvorsitzende Hermann Köster. "Die Insel muss einfach für die Nachwelt in ihrer ganzen Schönheit erhalten werden", ergänzt die Vorsitzende Marie von Miller-Moll.

Dazu hat der Förderkreis in der Tat eine Menge beigetragen. "Wir haben uns vor allem um die Wiederherstellung des historischen Zustands gekümmert", sagt Köster. Detektivische Kleinarbeit war nötig, um Originale oder zumindest Fotos oder Zeichnungen von Originalen wieder aufzutreiben. Dazu waren Nachfragen und Nachforschungen etwa bis zum ehemaligen polnischen Königshaus notwendig.

Eine Replik der Glassäule im Rosengarten ist eines der eindrucksvollsten Objekte, aber auch 30 Parkbänke nach historischem Muster, die kuschelige Efeu-Laube, eine Lenné-Büste im Feldafinger Park und viele Vasen, Kandelaber und die Figur eines Pantherweibchens hat der Förderkreis nach historischen Vorbildern aus Bronze nachgießen oder bildhauern lassen. "In unserem Jubiläumsjahr widmen wir uns den letzten ausstehenden Projekten", sagt Marie von Miller-Moll. Es geht um die Skulpturen an der Südfassade und auf der Balustrade an der Terrasse des Casinos. Danach steht nur noch ein großes Projekt auf der To-do-Liste: die Herausgabe einer Publikation, "in der sämtliche Projekte des Förderkreises dargestellt werden sowie Mitglieder und Sponsoren gewürdigt werden sollen", wie Köster sagt.