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Jahresvorschau:Das bringt 2020 an Starnberger See und Ammersee

Ein neuer Platz am Ufer, eine Polizeiinspektion, eine umgestaltete Ortsmitte und ein großes Feuerwehr-Jubiläum: Eine Auswahl wichtiger Ereignisse im Fünfseenland.

Starnberg

Als Vorzeigeprojekt gegen die Wohnungsnot im Landkreis bewirbt die Starnberger Bürgermeisterin Eva John das Einheimischen-Modell "Am Wiesengrund". Doch für einen Teil der Bewerber um eines der 51 Reihenhausgrundstücke wächst sich der Traum vom Eigenheim zur Geduldsprobe aus. Einer der 40 Bewerber mit der gleichen Punktzahl ist bei der öffentlichen Vergabe im vergangenen Juli nicht berücksichtigt worden und macht Ansprüche geltend. Ein Weg aus der verfahrenen Situation muss nun in diesem Jahr gesucht werden.

Erst nach drei Monate hatten diejenigen 23 Bewerber auf den Rängen 29 bis 51, denen bereits ein Grundstück zugesagt worden war, dass das Losverfahren jetzt ungültig sein soll. Der Fehler kann nicht einfach "geheilt" werden und ist noch immer nicht behoben. Mittlerweile befassen sich wenigstens drei Rechtsanwälte mit der Angelegenheit. Die Stadt ist in der Zwickmühle, und es wird wohl teuer für Starnberg. So lange die Sache juristisch ungeklärt bleibt, kann am Wiesengrund nicht gebaut werden. Dabei hätte längst schon im vergangenen Herbst auch der Fahrplan zur Vergabe in den geplanten Mehrfamilienhäuser vorliegen sollen.

Andechs

Das Carl-Orff-Festival widmet sich zum 125. Geburtstag des Komponisten dessen großen zentralen Werken. Zu den Höhepunkten im Programm 2020 zählt Ende Juli und Anfang August die Aufführung der "Bernauerin" im Florian-Stadl in Andechs. Mit dabei sind die Münchner Symphoniker unter der Leitung von Joseph Bastian und ein Chor aus der Region. Zu dem überregional bekannten Festival gehören auch Vorstellungen im Hotel Kaiserin Elisabeth in Feldafing und im Schloss Kaltenberg, wo die "Carmina Burana Cavallo" mit Dressurreitern gezeigt wird.

Berg

Zum Verweilen einladen soll schon bald die kleine Parkanlage neben dem Hotel Schloss Berg. Die hohe Ufermauer soll entfernt werden, Steinstufen werden dann zum Wasser führen. Illustration: Gemeinde Berg

Ein wenig wird Berg sein Gesicht in diesem Jahr verändern, zumindest neben dem Hotel Schloss Berg. Dort können Einheimische und Ausflügler wohl schon bald ans Wasser gehen, die Beine im See baumeln lassen oder von den Steinstufen aus einfach nur übers Wasser schauen. Im zeitigen Frühjahr sollen die Arbeiten in der kleinen Parkanlage beginnen, im Sommer soll sie, wenn alles nach Plan läuft, schon zum Verweilen einladen. Laut Bergs Bürgermeister Rupert Monn veranschlagt die Gemeinde Ausgaben von 200 000 Euro für das Projekt, das in Berg unter dem Namen "Seeabstieg" bekannt ist.

Aufatmen können Berger Eltern, die auf einen Krippenplatz für ihr Kind hoffen, denn das Montessori-Kinderhaus auf Gut Biberkor wird erweitert. Für etwa eine Million Euro soll das Gebäude so umgebaut werden, dass eine weitere Gruppe mit zwölf Kindern dort Platz findet. Die Gemeinde muss den Umbau jedoch nicht alleine stemmen, sie rechnet mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 574 000 Euro für die Krippe. Damit hofft man, den Bedarf im Augenblick decken zu können.

Bernried

Das Kloster in Bernried wird heuer 900 Jahr alt. Das Jubiläum wird mit Umzug und Gottesdienst gefeiert.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Dieses as Jahr steht in Bernried ganz im Zeichen des Jubiläums zum 900-jährigen Bestehen des Klosters. Im Juli wird das gefeiert mit Festumzug und Festgottesdienst, Sternmarsch, Lasershow, mittelalterlichem Marktreiben und Konzerten. Auch eine Ausstellung zur 900-jährigen Geschichte ist geplant. Sie soll im Neubau zwischen dem Rathaus und dem Sommerkeller gezeigt werden. Das oberste Stockwerk ist aus Glas, so dass die Ausstellung von innen und von außen zu sehen ist. Im kommenden Jahr soll das Betreute Wohnen fertig werden, ein gemeinsames Projekt mit der Ambulanten Krankenpflege Tutzing.

Auch der Klimaschutz soll vorangetrieben werden. Geplant ist die Anstellung eines Klimaschutzmanagers, der ehrenamtliche Helfer motivieren und Klimaschutzprojekte umsetzen soll. Weil die mit bis zu 65 Prozent bezuschusste Stelle für die kleine Gemeinde zu teuer wäre, will sich Bernried mit der Nachbargemeinde Tutzing zusammentun und gemeinsam einen Klimaschutzmanager einstellen.

Dießen

Zwei Jahre hat die Marktgemeinde vergeblich nach einem Pächter für das Dießener Bahnhofsbistro gesucht. Von April an soll nun Kamal Jit Singh die Gastronomie führen, dessen Pizza-Heimservice noch in der Prinz-Ludwig-Straße residiert. Auf das Konzept des Inders darf man gespannt sein: Bislang finden sich auf Singhs Speisekarte 32 Sorten Pizza, aber auch indische, mexikanische, Thai-, Nudel- und Schnitzel-Gerichte.

Gauting

Marode Polizeiinspektion in Gauting

Die Gautinger Polizei würde gerne in einen Neubau umziehen. Inspektionsleiter Ernst Wiedemann hofft, dass die Arbeiten heuer beginnen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Polizisten in Gauting müssen sich derzeit noch mit räumlichen Verhältnissen arrangieren, die schon lange nicht mehr den heutigen Standards entsprechen. Der 1939 errichtete Altbau neben der Feuerwehr an der Münchner Straße ist zu klein und verwinkelt, in einigen Wänden haben sich schon dicke Risse gebildet. Zum Eingang führt eine Treppe mit vier Stufen; wer mit dem Rollstuhl kommt, muss klingeln. Nun sollen die Ordnungshüter am westlichen Ortsrand ein neues Inspektionsgebäude bekommen. Im Herbst diesen Jahres sollen die Arbeiten auf einem Grundstück zwischen Pentenrieder Straße und Ammerseestraße beginnen. Davon geht man jedenfalls im Gautinger Rathaus aus, und auch Inspektionsleiter Ernst Wiedemann ist vorsichtig optimistisch. Auf dem Areal gegenüber einer Penny-Filiale ist auch ein sogenannter Handwerkerhof geplant, auf dem Platz für Betriebe aus Gauting geschaffen wird. Die planerischen Vorbereitungen sind schon weit gediehen, auch die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet Kreuzlinger Forst ist schon beschlossen. Ende des vergangenen Jahres ist die Bewerbungsfrist für Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, abgelaufen. Bis Mitte April soll nun eine Jury entscheiden, wer zum Zug kommt.

Gilching

Eigentlich sollte die Musikschule Gilching schon vor einigen Jahren in das ehemalige Alten- und Pflegeheim des Roten Kreuzes an der Rosenstraße einziehen. Doch der Umbau und die Generalsanierung des Gebäudes, in dem der Architekt auch versteckte Mängel im baulichen Brandschutz entdeckte, verzögerten den Einzug immer wieder. Es kam zu einem Baustopp, die ursprünglich geschätzten Kosten haben sich auf mittlerweile fast zwei Millionen Euro verdoppelten. Doch inzwischen läuft offenbar alles nach Plan. Die Gemeinde rechnet damit, dass die Musikschule im Frühsommer eingeweiht werden kann und nach langer Suche endlich an eigener Heimstätte mit guter Akustik ihren Unterricht anbieten kann. In dem Haus gibt es viele Zimmer für Einzelunterricht und den ehemaligen Speisesaal, in dem ein Ensemble proben könnte. Auch das Verwaltungsbüro und Instrumente hätten Platz in dem sanierten Gebäude. Bislang ist die Musikschule auf fremde Räume angewiesen, die in der Gemeinde verteilt sind.

Herrsching

Cathrin Dierks ist die neue Pächterin des Kiosks im Seewinkel in Herrsching.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Hamburgerin Cathrin Dierks übernimmt im Januar als Pächterin den Kiosk mit Freizeitgelände im Herrschinger Seewinkel. Sie löst damit den vorherigen Pächter und ehemaligen Wirt vom Klostergasthof Andechs, Alexander Urban, ab. Die 53-Jährige, die eigentlich Architektin für Kindergärten und Schulen ist, will den Kiosk am Ammersee ganzjährig öffnen und im Winter zum Beispiel Kaffee, Glühwein, Kuchen und auch Germknödel servieren. In der Sommersaison soll es kleinere Speisen wie Currywurst, aber auch Suppen, Salate, Pasta und kleinere Häppchen geben. Doch bevor sie loslegen kann, muss sie noch ein paar Umbauten vornehmen und neues Mobiliar anschaffen. Die derzeit freie Sicht auf die Toiletten will sie durch Pflanzen verdecken, einen Kiesweg durch das etwa 5000 Quadratmeter große Strandbad anlegen, an den Stellen, die sommers wie winters gern matschig werden, und ihren Gästen in der Saison Liegestühle zur Verfügung stellen. Seit gut sechs Jahren betreibt Dierks schon den Kiosk mit Biergarten im Possenhofener Badegelände "Paradies" am Starnberger See.

Inning

Wenn es um ein Thema geht, bei dem sich die Inninger in Geduld üben müssen, dann ist es die Sanierung ihrer 1,4 Kilometer langen Ortsdurchfahrt. Für 2019 war sie bereits angekündigt worden, nun soll sie in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Wann genau, steht noch nicht definitiv fest, aber die Rede ist von Frühjahr bis Sommer. Mit der sanierten Straße, die mit diversen Querungshilfen, Zebrastreifen und verlegten Bushaltestellen ausgestattet wird, hoffen die Bürger auf weniger Lärmbelästigung, mehr Verkehrsberuhigung und doch noch auf Tempo 30, was durchzusetzen ihnen bislang nach diversen Anträgen noch immer nicht gelungen ist. Der Hauptgrund dafür liegt im Status der Durchfahrt als Staatsstraße, auf der eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht durchzusetzen ist; unter anderem auch, weil es dort in Inning Bürgersteige gibt, was auch zu den Ausschlusskriterien zählt. Doch es herrscht noch immer Einhelligkeit im Rat, dieses Thema nicht zu den Akten zu legen: Inning will sich also auch heuer dafür stark machen. So hieß es zumindest 2019, als klar wurde, dass mit den Bauarbeiten an der Straße nicht vor 2020 begonnen würde. Geduld werden die Inninger aber dennoch heuer wieder aufbringen müssen wegen für Lärm, Staub und Verkehrsbehinderungen, mit denen im Zuge der drei Bauphasen des insgesamt etwa vier Millionen Euro teuren Projekts zu rechnen ist.

Krailling

Einen neuen Bürgermeister bekommen die Kraillinger in diesem Jahr auch ohne Wahl: Christine Borst, die im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wird Ende Januar der Titel Altbürgermeisterin verliehen. Im Frühjahr soll es mit den Bauarbeiten zur Neugestaltung der Ortsmitte losgehen. Das Projekt war im vergangenen Jahr erst angegangen, dann abgesagt und schließlich wieder neu ausgeschrieben worden. Nun soll es mit dem ersten Bauabschnitt losgehen. Viel mehr wird aus Kostengründen kaum möglich sein. Weil die Gewerbesteuereinnahmen eingebrochen sind, fährt die Kommune einen strikten Sparkurs. Andererseits muss bald ein Konzept für die Sanierung beziehungsweise den Neubau der Grundschule auf den Tisch. Man darf gespannt sein, was sich der Gemeinderat zwischen potenziellem Luftschloss und nötiger Instandsetzungsmaßnahme vorstellt.

Pöcking

Höchste Priorität in der Gemeinde Pöcking hat in diesem Jahr der Klimaschutz. Die insgesamt 42 gemeindeeigenen Wohnungen sollen nach und nach energetisch saniert werden. Heuer sollen außerdem die beiden Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 13 Wohnungen im Kinibauerweg in Angriff genommen werden. Sie wurden der Gemeinde von Ehrenbürgerin Eva Grenzebach vermacht mit der Auflage bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auf dem Grundstück ist auch ein Neubau mit weiteren Wohnungen geplant. Der Umstieg auf das Fahrrad soll ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus sind auf dem neuen Parkplatz an der Hauptstraße Ladestationen für E-Autos geplant. Im Sommer soll gleichzeitig mit der Wiedereröffnung des Gasthofs Schauer in Possenhofen die Umgestaltung des Platzes und die Neuordnung der Parkplätze abgeschlossen sein. In Maising soll ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Das erforderliche Areal hat die Gemeinde wegen der geplanten hoheitlichen Nutzung kostenlos von der Bundeswehr erhalten.

Seefeld

Mancher Seefelder Gemeinderat mag sich immer noch nicht anfreunden mit der Bürgerbeteiligung. Doch was im vergangenen Jahr begonnen wurde, soll in diesem Jahr fertig werden: ein Ortsentwicklungskonzept für die Gemeinde, von Bürgern für Bürger. Die Stärken-Schwächen-Analyse bildet die Grundlage für die zukünftige Entwicklung Seefelds. Viele Bauprojekte stehen an wie die Erweiterung des Supermarkts in Oberalting. Fertiggestellt werden soll heuer das neue Seniorenwohnheim an der Ulrich-Haid-Straße. Ende dieses Jahres könnten die ersten Bewohner einziehen.

Seeshaupt

Die Gemeinde Seeshaupt hat in diesem Jahr die Chance, viele neue Projekte anzustoßen. Das Konzept zur Dorferneuerung wurde verabschiedet; damit können Fördermittel beim Amt für ländliche Entwicklung beantragt werden. In Seeshaupt, Magnetsried und Jenhausen können also Ideen, die Arbeitsgruppen also beispielsweise für Radwege, die Verbesserung des touristischen Angebots oder die Aufwertung des öffentlichen Raums gesammelt haben, konkret angegangen werden. Große Veränderungen stehen dem Ort auf dem Gelände der Gärtnerei Demmel bevor: Der Bebauungsplan für das künftige "Gärtnereiquartier" liegt aus, Wolfgang Kopf hat den Umzug seiner Baumschule in die Wege geleitet.

Tutzing

Marlene Greinwald (Freie Wähler) ist erleichtert, dass sie als Bürgermeisterin nicht in den Kommunalwahlkampf ziehen muss. Weil sie erst 2018 Rathauschefin wurde, kann sie weiterregieren und will mit dem neuen Gemeinderat durchstarten. Nach mehrmaliger Verzögerung soll im August dieses Jahres die Sanierung der maroden Tutzinger Hauptstraße losgehen. Die Bauarbeiten sollen nicht, wie ursprünglich geplant, an der Lindemannstraße Richtung Norden beginnen, sondern sich von der Ortsmitte an der Bahnhofstraße vorbei an Gymnasium und Realschule Richtung Süden bewegen.

Das Midgardhaus kommt nach dem Abschied von Wirt Fritz Häring unter neue Regie. Die Augustiner-Brauerei will das Lokal direkt am Starnberger See mit dem ehemaligen Wirt vom Kloster Andechs, Alexander Urban, modernisieren und mit einem Saal erweitern. Im Tutzinger Ortsteil Traubing feiert der Musik- und Kulturverein mit der Theatergruppe Traubing sein 50-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gibt es im Februar und März einen Schwank, den Bauamtsleiter Klaus Menziger verfasst hat.

Wörthsee

Feiern bis zum Abwinken können die Wörthseer in diesem Jahr. Zu den obligatorischen Maifesten und dem Seefest mit Fischerstechen kommen heuer noch zwei Jubiläen dazu: Die Blaskapelle Wörthsee wird 30 Jahre alt, und die Freiwillige Feuerwehr Steinebach-Auing lädt im Mai zu ihrem 125. Jubiläum ein. Dafür wird ein großes Festzelt aufgebaut, auf dem Jubiläumsprogramm stehen ein Blasmusikwettbewerb, eine Fahrzeugshow, ein Partyabend, ein Festumzug und als Höhepunkt der Kabarettabend am 23. Mai mit Luise Kinseher, Hans Well und den Wellbappn.