InningDamit die Kasse wieder klingelt

Lesezeit: 2 Min.

Zu viele Bürger fahren zum Einkaufen in andere Gemeinden, weil der einzige Supermarkt am Ort zu klein ist. Bürgermeister Walter Bleimaier hat konkrete Vorstellungen, wie das Problem gelöst werden könnte

Von Astrid Becker, Inning

Was des einen Leid ist, könnte des anderen Freud' werden: Während in Wörthsee derzeit massiv über die Pläne für einen neuen Supermarkt gestritten wird, rauchen in Inning schon seit Längerem die Köpfe, wo in der kleinen Ammerseegemeinde ein solcher am besten aufgehoben wäre. Denn Inning hat ein Nahversorgungsproblem, was bereits seit fünf Jahren durch ein Gutachten bestätigt ist. Zu lösen war dieses Problem aber bisher nicht. Nun scheint aber wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Denn Bürgermeister Walter Bleimaier (CSU) hat eine neue Idee, wie er die Infrastruktur im Ort für seine Bürger verbessern könnte.

Konkret denkt er an den Neubau eines etwa 1200 Quadratmeter großen Supermarkts auf einem Areal schräg gegenüber des bisherigen Lebensmittelversorgers nach. Bisher ist das infrage kommende Grundstück mit fünf Tennisplätzen bebaut, die dann weichen müssten. Aber auch dafür hat Bleimaier bereits eine Lösung gefunden: Sie sollen ebenfalls neu gebaut werden, auf gemeindeeigenen Grundstücken in der Nähe, genauer gesagt: hinter dem größeren Parkplatz gegenüber dem Haus der Vereine. Freilich, so räumt der Bürgermeister ein, fünf Plätze würden es dann nicht mehr werden, sondern nur "drei oder vier". Dafür stünden den Tennisfreunden im Ort dann aber "nigelnagelneue schöne Plätze" zu Verfügung.

Der Rathauschef sieht sich schon seit Längerem in Sachen Supermarkt in Zugzwang. Denn ein 2016 beauftragtes Gutachten, das der SZ vorliegt, hatte zweifelsfrei festgestellt, dass es um die Nahversorgung in der Gemeinde schlecht bestellt sei und die Kaufkraft der Bürger abfließe in andere Kommunen - dabei sei sie mit knapp 125 Prozent deutlich höher als in anderen Münchner Umlandgemeinden, so das Gutachten des Unternehmensberaters Wolfgang Gröll aus dem Jahre 2016. Insgesamt bescheinigte er damals der Gemeinde ein Marktpotenzial von 31 Millionen Euro pro Jahr. Vor Ort gebunden würden aber lediglich 27,5 Prozent, also etwa 8,5 Millionen Euro.

Grölls Gutachten war damals auch an eine Bürgerbefragung gekoppelt. Sie ergab unter anderem den Wunsch nach einem Drogeriemarkt am Ort. Der, so Bleimaier, könnte nun Platz im bisherigen Supermarkt finden. Darüber müsste er aber noch mit dessen jetzigem Betreiber und Immobilienbesitzer über den Umzug und Neubau sprechen sowie mit möglichen Investoren. Anfragen habe es für Inning schon reichlich gegeben, erzählt der Bürgermeister. Denn ursprünglich gab es Pläne für einen Supermarkt in der Nähe der Gärtnerei Hübsch. Dort sollte der Bach renaturiert und quasi ein grünes Gewerbegebiet geschaffen werden. Am Bach hält man auch noch immer fest, nur aus Hochwasserschutzgründen scheiterten am Ende alle Ideen zum Bau eines Supermarktes oder Discounters dort.

Nun gibt es also neue Pläne, die für Bleimaier noch dringender geworden sind: "Seit 2016 hat sich viel verändert: Der Bäcker im Ort ist mittlerweile weg, der Metzger auch." Zwar werde es von April an einen Wochenmarkt geben, immer donnerstags am gemeindeeigenen "Gasthof zu Post", und auch eine Hofladenmetzgerei gibt es mittlerweile am Broslhof in Inning. Doch diese hat nur donnerstags bis samstags geöffnet. Deshalb, so der Rathauschef, "brauchen wir dringend einen größeren Supermarkt".

© SZ vom 25.02.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: