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Infrastruktur:Zu teuer

Wörthsee verzichtet auf Radweg in Bahnüberführung

Besonders einladend war die Eisenbahnüberführung zwischen Steinebach und Auing noch nie. Der rot-weiße Fahrbahnteiler, der im vergangenen Jahr zum Schutz der Fußgänger und Radfahrer angebracht wurde, macht sie auch nicht schöner. Doch die Aufregung darüber hat sich gelegt. Jetzt geht es darum, was aus der Überführung wird, wenn die Bahn die Strecke zwischen Steinebach und Hechendorf zweigleisig ausbaut. Wunsch der Gemeinde Wörthsee war es ursprünglich, dass mit der Verbreiterung der Fahrbahn auch ein Radweg angelegt wird. Daraus wird nichts: Zu teuer, beschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Den Radweg hätte die Gemeinde zahlen müssen, denn das Staatliche Bauamt, das die Planung für den Ausbau der Staatsstraße 2348 dort übernommen hat, zahlt nur für die Straße. Diese soll auf 10,79 Meter erweitert werden: auf zwei Fahrbahnen von drei und 3,75 Metern Breite und ein beidseitiger Gehweg von je 1,50 Meter. Ein Radweg auf beiden Seiten würde die Gemeinde etwa 300 000 Euro kosten.

Das war den Gemeinderäten zu viel. Florian Tyroller (Grüne) plädierte dafür, das Geld lieber in eine zweite Fußgängerunterführung am nördlichen Ende des Bahnhofs zu stecken. Thomas Ruckdäschel (CSU) fragte sich, wieso in die Bahnüberführung überhaupt ein Radweg kommen sollte, wenn es davor und dahinter keinen gibt. "Der landet doch im Niemandsland." Jakob Aumiller (CSU) hielt die gesamte Planung für zu breit und meinte, ein Gehweg reiche aus. Harald Lossau (Freie Wähler) schlug vor, die Fahrbahn auf Kosten der Sichtfelderweiterung auf sieben Meter Breite auszubauen. Dann könne man einen Fahrradschutzstreifen aufmalen. Dieser Vorschlag gefiel den Gemeinderäten. Angeregt wurde, dass ein Vertreter des Bauamts in eine der nächsten Sitzungen kommt und die Planung erläutert.

© SZ vom 03.06.2020 / csn

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